Jesus Christus: 'Himmelsgaben', Band 3, S. 208


Kapitelinhalt Cherubim und Seraphim (25.08.1844)

   00] O Herr! Was ist wohl für ein Unterschied zwischen Cherubim und Seraphim? -

   01] Die Cherubim bedeuten und sind der ewige Ausfluß der göttlichen Liebe und die Seraphim der Ausfluß der göttlichen Weisheit; das ist der Unterschied. Darum sagte man vor alters: Dieser ist liebeglühend wie ein Cherub und weise wie ein Seraph. - Also wird durch die Cherubim die göttliche Liebe und durch die Seraphim die göttliche Weisheit in ihrem gesamten grundhimmlischen Wirken verstanden. -

Anmerkung: Im Jenseitswerk, 'Von der Hölle bis zum Himmel' (Robert Blum jl.rbl1.127,07), Band 1, Kapitel 127,7 ff. spricht der Herr zu einem seligen Geist:

   07] "Es ist Mir eine rechte Freude, daß du in deinem Herzen Gefühle aufkeimen läßt, die Meiner Liebe würdig sind und viel Ähnlichkeit haben mit den großen, Mich preisenden Flammengedanken der Cherubim und Seraphim, die da sind die Austräger Meines Willens in Ewigkeit. Aber so erhaben auch solche Gedanken und Gefühle sind, deren Tiefe und Größe nur wenige Geister zu fassen vermögen, so ist es Mir dennoch lieber, wenn Mich Meine Kindlein so recht herzlich ,Vater' nennen und Meine Freunde zu Mir sagen: ,Lieber Bruder' - als wenn die größten Lobengel mit den tiefsten Weisheitsliedern Mich besingen und am Ende ganz ermattet zusammensinken, so sie nach ihren großen Anrufungen zur Einsicht kommen und einsehen, daß all ihre größten und flammendsten Gedanken nicht einmal den Saum Meines Kleides zu berühren imstande sind, während Meine ganz einfachen Kindlein mit Meinem Herzen und Gedanken seligst spielen können und allezeit bei Mir wohnen und an Meinem Tische das Brot des wahren Lebens genießen!
   08] Siehe, die Meine Größe, Macht und Stärke besingen und den ewig unendlich großen Gott preisen, die sind außer Mir und betrachten Mich ungefähr also, als wie du auf der Erde den gestirnten Himmel oft betrachtet und überaus erhaben besungen hast - aber dabei dennoch nicht wußtest, was die von dir besungenen Sterne sind und was in ihnen ist. Die aber zu Mir sagen: O lieber Vater! O Du Mein göttlicher Bruder!' - die sind bei Mir und sogar in Mir. Sie besingen und preisen Mich wie wahre Kindlein ihren allein wahren Vater und betrachten Meine Größe, Macht und Stärke nicht mehr aus irgendeiner gewisserart heilig scheuen Ferne, wo sie stets eine große Kluft von Mir trennt, wie dich einst von den Sternen, die du besungen, - sondern sie sind selbst auf den Sternen bei ihrem Vater im Vollgenusse jener heiligen Wirklichkeit, die von den Großsängern kaum geahnt wird.


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