Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 3, Seite 143


   10] Tut ihr danach, so werdet auch ihr überaus sicher und gewiß, und zwar in der kürzesten Zeit die Feuertaufe des Geistes schmecken, Amen. - Mein Segen mit euch allen, jetzt und ewig Amen. -

Kapitelinhalt Der 60. Psalm Davids, Vers 8 - 14 (03.03.1842, nachmittags von 3 bis 1/2 7 Uhr)

Schreibende: Marie, Wilhelmine und Pauline H.

   01] Um solcherlei Verse zu verstehen, muß man vorerst wissen, was unter David im Verlaufe von dessen Psalmen verstanden wird. Denn solange jemand hinter dem David nichts als einen König des Altertums, welcher Psalmen schrieb, versteht, so lange auch ist vom Verstehen solcher Texte durchaus nicht die allerleiseste Rede.
   02] So aber da jemand versteht dem geistigen Sinne nach, was da ist der David, der versteht auch, was da besagt Sichem, das Tal Suchot, Gilead, Manasse, Ephraim, Moab, Edom und Philistäa.
   03] So lasset uns denn sehen, was hinter dem David steckt!
   04] Sehet, Meine lieben Kindlein, hinter dem David steckt nicht mehr und nicht weniger als Ich Selbst. - Nun habt ihr schon einen Schlüssel. Wie ist aber dieses zu verstehen, daß der David zugleich ist ein Mensch wie ein jeder andere, welcher aus Seele und Leib zusammengesetzt ist, - und wie ist er demnach auch Ich, da er doch vor Mir gesündigt hat?
   05] So höret denn, und wir wollen sehen, auf welche Weise Ich und der David Eins werden; denn in diesen Versen redet doch offenbar der David zu Gott - und Gott zu David.
   06] Sehet und merket nun wohl: Unter dem Gesichtspunkte Davids wird verstanden die herniedersteigende Liebe Gottes, und unter Gott wird verstanden die endlose Weisheit des ewigen Geistes.
   07] Da ihr nun solches wisset, so wird es nicht mehr schwer sein zu verstehen, was der achte Vers des 60. Psalms besagt, der da lautet: Gott redet in Seinem Heiligtums - oder Gott redet in Seiner Liebe und nicht in Seiner Weisheit, sondern die Weisheit in der Liebe; des bin Ich froh und will zerteilen und nicht allzusehr beachten die Weisheit, welche verstanden wird unter Sichem, aber dafür will Ich wohl abmessen das Tal Suchot oder die wahre Demut und die reine Liebe aus ihr; des bin Ich froh. - Es wird kaum nötig sein zu erwähnen, wer da unter dem Ich verstanden wird, der da froh ist, oder voll Liebe, und warum? Wegen der Einung der unendlichen Weisheit mit der ebenso unendlichen Liebe durch die Erbarmung Gottes.


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