Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 3, Seite 036


Kapitelinhalt Nachwort

   04] Da habt ihr nun den Engel, wie er leibt und lebt in euch und außer euch, in Mir und außer Mir. Höret allezeit seine Stimme in euch; denn zuvor Ich komme, kommt allezeit Mein Johannes mit der Zuchtrute in der Hand und einer sehr scharfen Stimme in der Brust, - wie die Stimme des großen Predigers in der Wüste. Aber habt ihr euch bekehrt durch eine wahre ernste Buße, dann erst folgt das große Abendmahl vor dem großen Tage der Erlösung, und endlich die Auferstehung von dem Tode Amen, - das sagt euer liebevollster heiliger Vater Amen, Amen, Amen.

Kapitelinhalt Zum Gedicht 'Der Engel' (13. Juli 1840)

Dieses Wort des Herrn ist im Hauptwerk 'Die Haushaltung Gottes' (Band 1, Kap. 34, Vers 37, jl.hag1.034,37) enthalten. Das auf den ,Engel' bezügliche Wort erfolgte vier Tage früher als das an Carl Ritter von Leitner gerichtete Nebenwort vom 17. Juli 1840. (s. ,Himmelsgaben', Band 1, S. 51; jl.him1.051).

   01] Bevor Ich euch noch in dieser Meiner Haushaltung weiterführen werde, will Ich euch kurz etwas bezüglich Meines Engels sagen, - namentlich aber denjenigen, welche fast in jeder Zeile einen sogenannten Grammatikalanstand genommen haben der Welt wegen. Da ihr Herz dabei nicht schalkhaft ist, so sollen sie, wo Mein schwacher Geheimschreiber Meines neuen Wortes irgendein N-Strichel zu viel oder zu wenig gemacht hat zufolge einer in ihm schon alten, unaufmerksamen Gewohnheit, es nach ihrer Einsicht ergänzen, so auch das Unorthegraphische und die I-Tüpfel; aber wer es da wagen würde, auch nur ein Wort zu versetzen oder einen besseren Reim zu suchen oder irgendeinen abgängigen Fuß unnotwendig zu suchen, den werde Ich mit ärgerlichen Augen ansehen. Suchet nicht das Wort im Sinne, sondern den Sinn im Worte, wollt ihr zur Wahrheit gelangen; denn im Geiste ist die Wahrheit, aber nicht in der Wahrheit der Geist, was unmöglich sein könnte, da der Geist frei ist und jeder Regel voranging, Wahrheit aus sich schöpfen lassend. Da ihr das schon sogar von euren Genies sagt, warum sehet ihr hernach Meinen Geist mit gar kritischen Augen an, als wenn euch ein Schulknabe irgendein schlechtes Pensum gegeben hätte zur Korrektion! - Daher, so jemand glaubt, Ich tauge mit dem Kleide nicht in die Welt, der behalte Mich daheim; es wird aber jedem verdienstlicher sein, Meiner Schrift eine aus ihr entnommene Regel hinzuzufügen als eine Weltkritik, - denn viel seliger ist Geben als Nehmen! Dieses verstehet wohl! Amen. -


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