Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   10] Tue also das weg, was unnötig und zwecklos ist, so wird deine Seele dann gleich mehr Zeit bekommen, an der Freimachung des Geistes zu arbeiten. - Überhaupt mußt du dich des manchmal zu überflüssigen Marthatums entschlagen, das dich nicht selten in allerlei bekümmerliche Pensereien und manchmalige Ärgerlichkeiten versetzt - so wirst du dann viel freier den wahren Weg zum ewigen Leben verfolgen können, was denn doch die einzige Bestimmung eines jeden Menschen sein soll.
   11] Also mußt du dich auch über nichts ärgern und keine übertriebenen Sorgen in dir aufsteigen lassen und alle deine Wünsche in Mein Herz legen! - Da werde Ich dir auch alles gar ehestens geben können, was dein Herz verlangt. Aber nur mußt du das recht gern und getreu befolgen, was Ich dir nun geraten habe!
   12] Und nun, Mein liebes Töchterchen, nimm mit dieser Meiner Lebensgabe auch Meinen Vatersegen in dein Herzchen auf! Dieser wird dir von selbst getreuest sagen, daß du Mir ein allerliebstes Töchterchen bist zeitlich nun, wie dereinst ewig! Amen. - Das sagt zu dir dein wahrer und einziger Vater. Amen.

Johannes in der Kapelle - Traumerklärung (19.09.1850)

   00] In der Nacht vom 17. auf 18. September 1850 träumte mir, Anselm Hüttenbrenner, lebhaft von einer Kapelle, in deren Vordergrunde, in der Höhe, das Christuskind, von Englein umgeben, schwebte und auf mehrere Engelchen gar freundlich herabblickte, die zu dem Christuskind mit seligen Mienen hinaufschauten. - Plötzlich finden alle diese herrlichen Statuen aus weißem Stein, die ich als Kunstwerke über alle Maßen bewunderte, sich zu regen und zu bewegen an. Und ein unten in der Mitte stehender Engel rief laut: »Ich bin Johannes der Täufer!«
Da sagte ich zu einem neben mir stehenden Freunde: »Sehen Sie, da haben wir ein helles Wunder vor uns!« - Darauf erwachte ich, bedauernd, daß das Wunder leider nur ein Traum gewesen.


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