Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   07] Ich habe sie aber dessenungeachtet, obschon sie ihre Augen mehr nach der Welt kehren als du, sehr lieb und fließe stets in ihre Herzen ein und vermehre darin die Liebe zu Mir eben also wie in dir. Und so mögen sie in dieser Versicherung auch einen gar mächtigen Trost finden!
   08] Ich liebe ja sogar jene Menschen, die Meine abgesagtesten Feinde sind. Um wieviel mehr euch, die ihr Meine Freunde und Freundinnen seid!
   09] Ich sage euch: Obschon ihr noch dem Leibe nach auf der Erde wandelt, so seid ihr dennoch dem Geiste nach als Engel auch schon bei Mir! - Aber es gibt auch Unterschiede in der Liebe, sogar der reinen Engel in den Himmeln; wie sollten sie unter euch nicht sein, die ihr noch im Fleische wandelt?!
   10] Aber die Engel, die Mich am meisten lieben, die sind auch am nächsten bei Mir.
   11] Weil Mich die Magdalena am meisten liebte, so war sie auch die erste, die Mich nach Meiner Auferstehung zu sehen bekam. Und so sage Ich auch zu dir: Weil du Mich am meisten liebst, so bist du Mir auch am nächsten.
   12] Befolge alle die Vorschriften, die Ich dir habe zukommen lassen! Halte dein Herz und auch deinen Leib rein! - Wenn manchmal irdische Gedanken und Begierden es besudeln wollen, gleich wie die Fliegen ein reines Glas, da ergreife nur schnell den feuchten Lappen Meiner Liebe - und dieser wird dich allezeit rein erhalten und rein machen!
   13] Das sagt dein lieber, heiliger Vater dir. Amen. Amen. Amen.

Kundgabe einer Seligen (18.02.1849)

   00] Am 18. Februar 1849 zeigte sich dem Knecht während einer anderweitigen geistigen Beschäftigung die im November 1848 verstorbene Elisabeth Hüttenbrenner, Gattin Anselm Hüttenbrenners, um durch ihn ihren Töchtern Julie und Wilhelmine mütterliche Ermahnungen zu übermitteln. Über diese Unterredung schrieb Jakob Lorber Nachstehendes nieder:
   01] Elisabeth: »Mein lieber Jakob. - Ich bin auch da, ich bin auch da, und möchte auch meiner Julerl und auch der Minerl ein wenig gratulieren!«
   02] Rede ich, Jakob Lorber: »Ja so, ja so! Nun, nun, das freut mich sehr, daß Sie, meine seligste Elisabeth, mich auch einmal wieder besuchen! Sie darf man wohl nicht fragen, wie es Ihnen geht!? Denn dort, wo Sie sind, kann es jedem Glücklichen nur unendlich gut geben. - Daher zur Sache! - Ich bin schon bereit alles zu schreiben, was Sie nur immer wollen - aber nur so hübsch kurz, bitte ich, weil die lumpige Zeit mich auch schon ein wenig drängt! Ein nächstes Mal will ich Ihnen, meine allerliebste Frau - (»Nicht ,Frau' sagen!« spricht inzwischen die Elise) - Elisabeth einen ganzen Vormittag zu den allerbereitwilligsten Diensten stehen. - Wenn Sie aber nur nicht gar so himmlisch schön wären, da könnte ich auch leichter schreiben! Aber so ich Sie anschaue, da möchte ich Sie um sehr vieles lieber umarmen und in solch einer himmlischen Umarmung sterben, als auf dem Papiere mit der Feder bin und her wackeln!«


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