Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   07] Daher noch einmal gesagt, nehmt euch in acht vor den Politikern, wollt ihr nicht narkotisiert werden zeitlich und auch ewig! Amen.

Übertritt in die geistige Welt (13.08.1847)

   00] Beginn der Kundgabe von »Bischof Martin«. Sie wurde fast täglich fortgesetzt bis zum Abschluß am 11. Oktober 1848.
   01] Ein Bischof, der auf seine Würde große Stücke hielt und ebensoviel auf seine Satzungen, ward denn einmal zum letzten Male krank.
   02] Er, der selbst noch als ein untergebener Presbyter (»Ältester« im Kirchenamt) des Himmels Freuden mit den wunderlichsten Farben ausmalte - er, der sich gar oftmals völlig erschöpfte in der Darstellung der Wonne und Seligkeit im Reiche der Engel, aber daneben freilich wohl auch die Hölle und das leidige Fegefeuer nicht vergaß, hatte nun als selbst schon ein beinahe achtzigjähriger Greis noch immer keinen Wunsch, von diesem seinem oft gepriesensten Himmel Besitz zu nehmen. Ihm wären noch tausend Jahre Erdenleben lieber gewesen als ein zukünftiger Himmel mit allen seinen Wonnen und Seligkeiten!
   03] Daher denn unser erkrankter Episkopus (Bischof) auch alles anwandte, um nun wieder irdisch gesund zu werden. Die besten Ärzte mußten stets um ihn sein; in allen Kirchen seiner Diözese mußten Kraftmessen gelesen werden, und alle seine Schafe wurden aufgefordert, für seine Erhaltung zu beten und an seiner statt fromme Gelübde gegen Gewinnung eines vollkommenen Ablasses zu machen und auch zu halten. In seinem Krankenlagergemache ward ein Altar aufgerichtet, bei dem vormittags drei Messen zur Wiedergewinnung der Gesundheit mußten gelesen werden; nachmittags aber mußten bei stets ausgesetztem Sanktissimum (Allerheiligstes, geweihte Hostie) - die drei frömmsten Mönche in einem fort das Breviarium (»Kurze Übersicht«, Gebet aus dem Gebetbuch der katholischen Geistlichen) beten.


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