Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   11] Hinweg daher mit allen ,Geheimnissen'! - Sie gehören der finsteren Welt an.
   12] Bei euch aber sei es Tag in euren Herzen! - Denn darum lasse Ich stets so viel Licht zu euch, auf daß ihr für ewig aus der harten Gefangenschaft der ,Geheimnisse' erlöst werden sollet! Amen.

Stellung zur katholischen Kirche (12.07.1847)

   00] Stellung zur Kirche
Lorber: O Herr, Du liebevollster Vater und Schöpfer der Geister- und Naturwelt! Siehe, wenn von keiner äußeren Kirche etwas für den Geist zu erwarten ist, außer die alles verdunkelnden Mysterien - was sollen denn die Menschen dann tun, woher den ersten Unterricht im Evangelium erhalten? - Man kann doch nicht annehmen, daß da Engel aus den Himmeln herabsteigen werden, um die Kinder in den ersten Grundlehren des Katechismus zu unterweisen oder Dein Evangelium den wilden Völkern zu verkündigen?
Und so scheint es mir denn doch, daß wenigstens für den Anfang eine äußere Kirche ebenso notwendig ist wie die darauffolgende innere für den Geist zur unfehlbaren Gewinnung des ewigen Lebens. - Was ist da so ganz eigentlich Rechtens? - O Herr und Vater, laß uns auch darin nicht in der Dunkelheit - aber nur nach Deinem heiligsten Willen! Amen.
   01] (Jesus:) »Diese Anfrage ist zwar gut und in gewisser Hinsicht, besonders in dieser Zeit, wichtig. - Aber die Antwort ist auch schon gegeben worden und somit auch, was jeder von der äußeren Kirche zu halten und zu nehmen hat (s. ,Weg zur geistigen Wiedergeburt' ,Erde und Mond' u. ,Himmelsgaben'). In diesen Verhaltungsregeln steht das Beste und Notwendigste. Was darunter oder drüber ist, ist nicht in Meiner Ordnung.
   02] Wer aber dessenungeachtet noch nicht weiß, was er so ganz eigentlich tun solle, der lese das Evangelium, allda wird er finden, was er darüber für sein Heil zu wissen braucht!
   03] Sieh, also fragten Mich auch einmal die Apostel und viele Jünger, als Ich sie alle vor den Hohenpriestern, Pharisäern und Schriftgelehrten gar weidlichst warnte. Sie sprachen: »Herr, was sollen denn wir dann tun? - Siehe, Moses, den Gott verordnet hatte unter großen Wundern, hat buchstäblich von Gottes Wille aus eine solche Ordnung eingeführt, wie sie heute eben auch noch buchstäblich, obschon wohl höchst äußerlich, erfüllt wird. Wenn aber das unverbrüchlich wahr ist, warum willst Du nun das wieder zerschmeißen, was Du gewisserart Selbst aufgebaut hast?«


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