Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   16] Dessen gar wohl eingedenk ging unser Wanderer seinen Weg weiter, fand die Worte des alten Dorfweisen richtig und nachahmungswert und - fand das Leben!
   17] Wollt ihr es auch finden, so folgt seinem Beispiele! Amen.

Törichte Jungfrauen (20.06.1847)

   00] Die beiden Töchter des A.H.-W; Pauline und Julie bitten seit einiger Zeit um ein tröstendes und stärkendes Wort.
   01] Nun denn, so schreibe, da du schon durchaus etwas schreiben willst! - Ich weiß, ich weiß es wohl, daß die beiden schon seit einiger Zeit den Wunsch in sich tragen, von Mir wieder irgendein Wörtlein zu bekommen. Aber siehe, dieser Wunsch hat sich bis jetzt noch bei keiner so recht lebendig im Herzen ausgesprochen. Darum Ich denn mit einer solchen Gabe bis jetzt noch äußerlich zurückhielt, obschon Ich innerlich bei jeder unaufhörlich gleichfort einfließe und sie wiedergebäre zum ewigen Leben des Geistes und der Seele - bei welcher Arbeit sie Mir aber mit noch allerlei weltlichen Dingen kleine Hindernisse in den Weg legen, so daß Ich mit ihnen ohne Beirrung ihres freien Willens nicht jene schnellen Fortschritte machen kann, wie Ich gern machen möchte.
   02] Es kommt da bald dies, bald jenes, und Ich verhalte Mich da wie einer, der zu seinem dürftigen Freunde kam, um ihm zu helfen, worüber dieser zwar eine große Freude hatte; da aber der helfenwollende reiche Freund mit seinem armen Freunde reden und sich besprechen wollte über dessen Lage, hatte der Arme allerlei kleine Verrichtungen in seiner Dürftigkeitshütte vorzunehmen und ließ seinen reichen Freund vielfach allein sitzen im kläglichen Gemache.
   03] Dem reichen Freunde ging da die liebe Geduld schon nahe gänzlich aus, und er stellte es seinem armen Freunde ganz ernstlich vor, so er wolle, daß ihm geholfen werde, da solle er endlich einmal da verharren, wo allein ihm Abhilfe zuteil werden könne, und nicht alle Augenblicke zu seinen nichtigen Geschäftlein davonspringen, die ihm nicht ein warmes Wasser abgeben können.


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