Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


Materielle und geistige Teuerung (16.05.1847)

    01] Also schreibe ein Wörtlein über die gegenwärtige Teuerung der materiellen Lebensmittel.
   02] Siehe, zu allen Zeiten der Welt war es also und wird es also bleiben, daß die materiellen Lebensmittel stets gleichen Schritt halten mit den geistigen. - Die Israeliten wurden oft mit Mißwuchs, Teuerung, Hungersnot und Pestilenz bestraft, wenn ihr Herz und Geist von Mir abließ und sich anderen Göttern zuwandte. In den heutigentags abgöttischen Ländern herrscht fortwährend Not und Pest mehr oder weniger. Warum denn? - Ob der Abwesenheit Meines Geistes!
   03] Solange im verschieden-sektisch christlichen Europa das Volk allgemein sich mehr um Mich bekümmerte und nach Meinem Geiste strebte, solange gab es Engel in die große Menge unter den Menschen. Dadurch wurden nicht nur die Menschen, sondern auch die Erdbewohner gesegnet, so daß er stets reiche Ernten trug. Aber diese Ernten brachten die Völker auf lauter industrielle Gedanken - und die Gedanken an Mich sind gesunken!
   04] Anstatt der echt geistigen Schriften, die man sowohl von seiten Roms als auch von seiten der niederen Staatspolitik stets mehr zu verpönen, ja förmlich als ketzerisch zu verbieten angefangen hat, hat man nun die Welt mit einer Legion sinn- und gehaltloser Journale und andere Schriften angestopft. Man hängt wieder Reliquien aus und ordnet Wallfahrten an, gründet wieder Orden und dergleichen Greuel mehr.
   05] Es ist dadurch für den Geist eine große Hungersnot ob der vorangegangenen, stets größer werdenden Teuerung der geistigen Nahrungsmittel eingetreten. Die Engel haben sich von dem Erdboden wieder mehr und mehr zurückgezogen, da ihnen die stets größer werdende Finsternis der Erde durchaus nicht mehr zusagt und sie die große Hurerei der Menschen, besonders der römischen, schon gar nicht anzieht. So ist daher ja auch leicht begreiflich, daß der Erdboden in der stets größeren Ermangelung der himmlischen Arbeiter auch im selben Verhältnisse magere Ernten bei einer oder der anderen Fruchtgattung abgeben muß.
   06] Im vorigen Jahre (1846) habe Ich nur die Erdbirnen (Kartoffeln) hie und da etwas über die Hälfte geschlagen, und sehet, nahezu ganz Europa seufzt! Was wird denn aber dann sein, so Ich nebst den Erdbirnen auch das Korn, den Mais und die Gerste schlagen möchte und sehr wahrscheinlich auch schlagen werde, wenn die Menschheit in diesem ihrem Finsternis-, Hurerei-, Unzuchts- und allerlei Industrieeifer fortfährt und Meiner noch mehr vergißt?! Dann erst werdet ihr von großem Jammer und großer Not und vom tiefsten Elende lesen und hören, daß euch darob die Haare zu Berge stehen werden!


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