Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   11] Warum aber kommt er im Geiste nicht mehr zu euch? Weil er euch in manchen Stücken für »läppisch und dumm« erkannt hat. Er wird auch fürder nicht leichtlich mehr kommen, da es ihm (nach seiner Meinung) also besser geht.
   12] Betet aber für ihn im Herzen, so werdet ihr ihm dadurch mehr nützen, als so ihr euch ferner nach seinem Zustande erkundigen möchtet.
   13] Also stehen die Sachen! Schreibt sie auch werktätig hinter eure, Ohren, so sollt ihr daraus Nutzen schöpfen! Amen.

Von Gottes Langmut (23.04.1843)

   00] O Herr und allerbester, heiliger Vater! - Ich erfuhr gestern durch Deinen und meinen Freund A.H.-W., daß eine Mutter ihr Kind über eine Hyäne grausam gemißhandelt hat - und bedenke aber nun auch dabei, daß dergleichen schändliche Grausamkeiten im noch viel potenzierteren Maße da und dort geübt werden.
Sage mir doch, ob denn Du, als der allergerechteste und allmächtige Gott des Himmels, der Erde und aller Menschen solches achtest oder nicht?
Denn siehe, wenn man so die großen Zornschändlichkeiten der Menschen betrachtet, wie sie so ganz ungestraft verübt werden können, da kommt man beim besten Willen auf wenigstens den halben Gedanken, als möchtest Du Dich nicht im geringsten mehr um die Menschheit der Erde im allgemeinen wie im sonderlichen kümmern.
Sage mir daher doch, wie verhält es sich denn mit derlei scheußlichen Erscheinungen? Nimmst Du davon Kenntnis, oder läßt Du alles so ganz unbekümmert dahingehen, gehe es, wie es gehe? Oder geschieht das notwendig, und muß es also geschehen? - Was soll ich davon halten? - O Herr und allerliebevollster, heiliger Vater aller Menschenkinder auf Erden, gebe mir darüber doch einen hinreichenden Bescheid! - Dein Wille geschehe! Amen
   01] Zuerst muß Ich dir sagen, daß deine Frage ganz überflüssig und dazu noch sehr dumm ist. Denn so du einen Mir gleichen Gott (der Liebe) ahnest, wenn auch noch nicht auf Ihn vollkommen vertrauest und hoffest und Ihn liebest, so sollte dir schon bei der Ahnung kaum eine so törichte Frage in den Sinn kommen, geschweige erst in deinem Zustande, wo du nun schon über drei Jahre mit Mir in beispielloser Weise zu jeder Sekunde reden kannst wie mit einem Menschen deinesgleichen!


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