Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


2. Das Vaterunser bezogen auf »Licht«

   15] Sage hier dem Ans.H.-W., dieser Gedanke ist nicht mehr so gut und so rein wie der erste. Denn es ist schon die Ordnungszahl vergriffen, da unter 2. nicht das »Licht«, sondern das »Leben« zu stehen kommt. - So aber jemand dieses Gebet hat aus dem obersten Himmel, nämlich aus der alleinigen Liebe, so hat er es ja ohnehin schon im allerhöchst vollkommenen Maße. Wie mag er es denn dann auch noch in einem unvollkommeneren haben wollen!?
   16] Da es aber schon heißt: »Um was immer ihr den Vater in Meinem Namen bitten werdet, das wird Er euch geben« - so muß Ich euch gleichwohl ja auch geben, um was ihr bittet.
   17] Und so schreibe denn dies Gebet im Lichte aus dem Lichte, aber schreibe es ohne weitere »Beleuchtung«; denn das Licht bedarf keiner »Beleuchtung«:
   18] »Unser Licht alles Lichtes! Der Du wohnest in Deinem Lichte, als ein alleiniges Licht alles Lichtes, Dein ewiger Strahlenglanz werde von unserer Nacht und von unserem Tage, von unserer Feste zwischen den Gewässern als der alleinig wahre anerkannt!
   19] O Du alleiniges Licht alles Lichtes, erleuchte unser an sich finsteres Erdsein!
   20] Deines Strahles Macht wirke auf der Erde, in unserer Feste und in all unsern Gewässern also mächtig und ungeschwächt, wie Du in Dir Selbst ewig wirkest in der endlos vollsten Lichtesstärke!
   21] Sättige, o ewiges Licht alles Lichtes, unser Erdreich, unsere Feste und all unser Gewässer mit Deinem allmächtigen Strahlenausflusse, auf daß dasselbe belebt werde mit samenreichem Grase, mit Kraut und Bäumen und das Gewässer mit aller Art Fischen und anderem edlem Getier und die Luft mit allerlei Gevögel!
   22] O Licht alles Lichtes, mache zunichte alle Finsternisse und laß auf unserer Feste und über das trockene Land aufgehen Sonne, Mond und Sterne, auf daß wir gewahren die Zeichen des Tages und der Nacht und der Zeiten und der Jahre!
   23] Mache also zunichte unserer Erde Nacht und große Finsternis, wie wir diese auf unserer Feste und über unsern Gewässern erkennen mit Hilfe des Lichtes, das Du schon am Anfange gesetzt hast auf unsere Feste, da Du sagtest: »Es werde Licht!«
   24] O führe uns recht in der Nacht unserer Erde! Laß Deinen Strahl nicht schwächer werden über der Feste des Himmels in unserer Sonnenmitte und laß nicht fruchtlos werden unser Erdreich und nicht ohne Samen das Gras und das Kraut und die Bäume! Und trübe unser Gewässer nicht, auf daß nicht alle die Fische und all das edle Getier umkomme und die Luft nicht verderbe und töte all das Gevögel und ersticke all das Getier unserer Erde,


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