Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


Die geistige Sonne (22.11.1842)

   01] Als eine Fortsetzung der am 21. November 1842 abgeschlossenen Mitteilungen über die naturmäßige Sonne empfing Jakob Lorber vom 22. November 1842 bis zum 16. Dezember 1843, ebenfalls fast täglich, Eröffnungen über die geistige Sonne, d.h. über die den naturmäßigen Sonnenkörper durchdringenden und umgebenden geistigen Sphären. Als Schreiber des durch Jakob Lorber ergehenden Wortes diente auch hier stets Anselm Hüttenbrenner.
Nachstehende Worten bilden den Eingang der großen Enthüllungen.
   01] Bevor wir uns in die eigentliche geistige Sonne begeben können, müssen wir doch sicher zuvor wissen, wo diese ist, wie sie mit der naturmäßigen Sonne zusammenhängt und wie beschaffen sie ist.
   02] Um von der ganzen Sache sich aber einen möglichst vollkommenen Begriff machen zu können, muß zuallererst bemerkt werden, daß das Geistige alles dasjenige ist, welches das Allerinnerste und zugleich wieder das Allerdurchdringendste, das demnach Alleinwirkende und Bedingende ist.
   03] Nehmt ihr z.B. irgendeine Frucht- was ist wohl deren Innerstes? - Nichts als die geistige Kraft im Keime. - Was ist denn die Frucht selbst, indem sie mit allen ihren Bestandteilen für die Deckung und Erhaltung des innersten Keimes da ist? - Sie ist im Grunde wieder nichts anderes, als das von der Kraft des Keimes durchdrungene äußere Organ, welches sich in allen seinen Teilen notwendig wohltätig wirkend zum vorhandenen Keime verhält.
   04] Daß die äußere Frucht ein solches von der geistigen Kraft des Keimes aus bedingtes Organ ist, leuchtet ja auch schon aus dem hervor, daß nicht nur die Frucht, sondern der ganze Baum oder die ganze Pflanze aus dem geistigen Keime hervorgeht.
   05] Was ist demnach das Geistige? - Das Geistige ist fürs erste die innerste Kraft im Keime, durch welche der ganze Baum samt Wurzeln, Stamm, Ästen, Zweigen, Blättern, Blüten und Früchten bedingt ist. Und wieder ist es das Geistige, welches alle diese genannten Teile des Baumes wie für sich selbst oder für die eigene Wohltat durchdringt.
   06] Das Geistige ist denn darnach das Inwendigste, das Durchdringende und somit auch das Allesumfassende; denn was da ist das Durchdringende, das ist auch das Umfassende.


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