Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


Ein Eherat (27.06.1842)

nbsp;  01] Schreibe nur, schreibe; denn Ich weiß es gar lange schon, um was du Mich fragen willst!
   02] Mein lieber K. G. L., der du Mich lieb hast und trauest Mir in deinem Herzen, darum du in der dir wohlbewußten Sache einen guten Rat haben möchtest von Mir! Siehe, hier ist wieder ein Punkt, wo, wie ihr zu sagen pflegt, der »gute Rat teuer« ist! Denn Ich sage dir, und du kannst es Mir pünktlich glauben: In der Hölle und bei der jetzigen Zeit auf der Welt ist für Mich Selbst ein guter und wirksamer Rat im Ernste schwer; außer Ich wollte mit dem Rate zugleich auch schon mit Meiner Allmacht dareinschlagen.
   03] Täte Ich aber solches - wofür wäre dann der vorhergehende Rat gut und tauglich? - Siehe, vor gar nicht langer Zeit habe Ich dem sogenannten Westindien, wegen seines zu industriösen und menschenfreundlichen Strebens, einen solchen mit Meiner Allmacht verbundenen Rat gegeben, auf daß sie sich von der Welt zu Mir zurückkehren sollten. Aber dieser Rat hat vielen Menschen (Ich will hier Mich keines anderen Ausdruckes bedienen) - das Leben und so manchen Ortschaften das Dasein gekostet!
   04] Siehe, was dir aber hier dieses Beispiel im Großen gezeigt hat, und wie dir für die Zukunft noch mehrere ähnliche, wo nicht noch größere Beispiele zeigen werden, was da Mein mit Meiner Allmacht verbundener und somit auch sehr handgreiflicher Rat vermag - dasselbe kann auch bei einzelnen Menschen der Fall sein, so Ich ihnen einen allmächtigen Rat erteilen würde, der dann freilich wohl für den Augenblick wirksam wäre.
   05] Erteile Ich aber den Weltmenschen einen freundlichen Rat entweder durch den besseren Trieb ihres Herzens oder, wie es hier der Fall ist, durch einen geweckten Seher und Wortknecht, sage Mir, wo ist der, der solches völlig glaubt und darum auch treulichst beachtet? - Denn also verkehrt sind die Sinne der Menschen, daß ihnen das größte Wunder des lebendigen Wortes so gleichgültig ist, wie nur immer eine andere alltägliche Erscheinung auf der Welt!
   06] Daher kannst du Mir ja glauben, daß so bei manchen Gelegenheiten und in so manchen Punkten einen guten Rat zu geben, wahrhaft selbst für Mich schwer wird!


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