Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


Geistige Hausordnung - Winke zur Kindererziehung (27.12.1841)

   01] A.H.-W.! Warum bist du nicht auch so emsig für die Kinder, die Ich dir zum Reinigen gegeben habe, wie du emsig bist in Meinem Worte?
   02] Siehe, du bist zu lau für deine Mädchen, darum sie sich wenig aus dir machen. Und da sie listigerweise wohl wissen, daß du ihnen gut trauest und dein Auge für ihrer Herzen Welttätigkeit schläft und du sonst nicht nach ihnen siehst, außer bei einem Bedürfnisse für dich - so haben sie freien, willkürlichen Raum und tun hinter deinem Rücken, besonders mit ihrem Herzen, was sie wollen. Und fragst du sie auch dann und wann um etwas, so sagen sie dir, da sie wisse, daß mit dir sehr leicht abzukommen ist, was sie wollen, nur nicht die Wahrheit - bei wichtigeren Fällen! Und siehe, du bist damit zufrieden; und Ich sage dir, deine Töchter dann auch nicht minder mit dir!
   03] Ich sage dir aber, du sollst in deinem Hause eine ganz andere Ordnung einführen! Du sollst dich an jedem Tage wenigstens eine Stunde geistig mit ihnen abgeben und dabei weise liebeernstlich eine sichere »Türsperre« anlegen, willst du dein Haus vor Unglück und Schande verwahren und es so halten, daß Ich nicht genötigt werde, das eine oder das andere deiner Mädchen zur Besserung der übrigen fallen zu lassen oder deine Kinder! (gänzlich) der Welt zu überlassen.
   04] Siehe, schon jetzt mag Ich nicht in die Zimmer deiner Wohnung gelangen! Was wird's dann werden, so Ich dein Haus ganz der Welt übergeben sollte? - Das ist's, davon Ich dir durch den Knecht von Kärnten einen zu beachtenden Wink geben ließ und dich selbst zu mehreren Malen mahnte, du sollest dich in acht nehmen vor deinem unbekannten Nachbar! - Allein du verstandest nichts davon!
   05] Nun, so dir das Wasser schon beim Dache hereinbricht, muß Ich wieder schreien gleich einem Nachtwächter, daß du wachen sollest, damit ihr nicht alle ersaufet! Ich warne dich jetzt auf deutsch, da du noch nicht verstehst Meiner Liebe geistig Wehen! Lasse deine Töchter M., W. P. und I. nicht mehr zu jenem Nachbar und habe ein sorgsames Auge auf sie und dulde nicht die gefährlichen Zusammenkünfte, sonst wirst du dir üble Tage bereiten! Was alles dahinter lauert, das sehe nur Ich!


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