Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


An den Knecht Lorber (17.12.1841)

   01] Das Liedchen, das du einmal nach einem anderen Sänger, etwas verändert, für dich niederschriebst unter dem Titel: »Die stille Welt« - siehe, das ist ein gutes Liedchen und wird von guter Wirkung sein, besonders für jene, denen ihr Herz allerlei zu schaffen gibt, da sie nicht Kinder der Welt sind, die Welt aber desto geschäftiger ist, sich dieselben anzueignen.
   02] Aber etwas verändert muß das Liedchen werden. Denn wie es ist, klebet noch manches Unreine daran, und es hätte darum keine wirkende Kraft.
   03] Statt des bestehenden Titels schreibe: »Die innere Welt«. - Und der Ans. H.-W. kann dann darüber sogar Töne setzen, die er, von Mir gegeben, in sich finden wird. Und so wird dieses Liedchen seinen guten Zweck nicht verfehlen. - Und also schreibe denn!
   04] Ich sage dir: Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert. Und so du redlich arbeitest und ohne Gewinnsucht, wie bis jetzt, so wird auch für dich ein der Arbeit angemessener Lohn zu rechter Zeit in Bereitschaft stehen. Doch denke nie an den Lohn, sondern stets nur an Mich und an die Arbeit von Mir aus - so hast du schon den größten Lohn in dir. Wo aber der ist, da ist alles! - Und darum schreibe nur zu! Amen.

Die innere Welt


1. So recht tief im Menschenherzen
eine Stätte ohne Schmerzen
ist von heil'gem Licht erhellt.
Dort ruht still die inn're Welt.

2. Leise schweben ohne Klage
dort die Schatten herber Tage,
werden endlich sonnenhell
an des Lebens heil'gem Quell.

3. Hier erweist wahres Gute
dir die flüchtige Minute,
ja sie trägt, vom Trug befreit,
wahre Lebensseligkeit!


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