Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   09] Denkt öfter an mich, eure irdische Mutter, die ich auch öfter allerlei Wünsche hatte und mich freute, mit euch irgendwo auf dem Lande meine letzten Tage zu beschließen. Allein was ist aus all diesen Wünschen geworden?! Ich brauche es euch nicht zu wiederholen, denn das Grab und der Leichenstein wird es euch sagen.
   10] Ich sage euch: Der Erde Boden ist nichts als ein großes Leichenhaus, ein echter Friedhof. Die Berge auf der Erde sind Leichensteine. Und so kann wohl niemand im Hause der Toten ein Glück erhoffen, außer ein solches, wie es meinem Leibe zuteil ward.
   11] Aber ich, die ich den Herrn Vater Jesus über alles liebte, bin nicht ins Grab gelegt worden zur Verwesung, sondern war allerlebendigst vom Herrn Vater in Seinen Himmel aufgenommen worden, wo es gar so unbeschreiblich schön ist, wo sich alle Menschen so inniglichst lieben, daß es auf der Welt nicht einmal einen Gedanken gibt, der solche Schönheit und Liebe nur annähernd beschreiben könnte!
   12] Anstatt auf der Erde irgendwo eine Bäuerin zu sein, bin ich nun im Himmel der Himmel, begabt mit der höchsten Freiheit! - Was, dünkt euch, ist wohl besser? - Ja, der Himmel, der Himmel, das ist der wahre Aufenthalt für alle, die Gott lieben! Das ist alles Wirklichkeit und Wahrheit - während die ganze Erde nun eine Erscheinlichkeit ist, die nur zu bald vergeht. Daher trachtet denn auch vor allem nach dem Reiche Gottes, so wird euch auch alles andere werden.
   13] Dies nun von mir, eurer Mutter, an euch gerichtete Wörtlein beachtet wohl, so werdet ihr ewig glücklich sein! - Des Herrn Vaters Segen, Liebe und Gnade sei mit euch allen in des Herrn Vaters Namen! Amen.«
   14] Elisabeth gab mir nun einen Klopfer auf den rechten Arm und sagte, daß ich den Mädchen sagen möchte, daß sie heute Abend um 9 Uhr zusammen ein gutes Gebetlein beten sollen. Dann werde sie unsichtbar, aber dennoch leise fühlbar, zu ihnen kommen und sie alle segnen. - Darauf verschwand sie.


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