Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1


   06] O lasse sie nicht fallen, die Wenigen; sondern ergreife sie und lasse allergnädigst auch auf das Auge ihres Geistes einen Strahl Deines übersanften, ja über alle Himmel erhabenen Lichtes fallen, auf daß sie künftighin mehr und mehr erkennen möchten die innere geistige und himmlische Tiefe und Erhabenheit Deiner durch meine Hand und Feder darniedersteigenden unaussprechlichen (und von meiner Seite allerunverdientesten) Gnade und Erbarmung! - Amen.
   07] Aber nur allezeit Dein allerheiligster Wille geschehe! - Amen.

KapitelinhaltAntwort aus der Höhe (27.06.1841)

   01] Sei ruhig und mache dich nicht selbst untätig dadurch, daß die Menschen nicht so weise und mächtig werden können, wie Ich Selbst es bin und ewig sein werde!
   02] Denn siehe, wo ist der, der da möchte mit Mir einen Weisheitskampf beginnen, und das noch dazu mit dem Weltverstande!? - Wahrlich Ich sage dir, der täte gleichwohl viel klüger, so er hinge eine Angel an eine Fischerschnur und hielte dieselbe auf einer langen Stange hoch in die Luft empor, um damit Sterne vom Himmel gleich Fischen zu fangen, als daß er ausspannte das morsche Netz seines Verstandes, um in selbes Meine ewige Weisheit zu fangen und sie dann zu zerlegen nach seinem Belieben!
   03] So aber Meine Gabe allzeit eine doppelte ist, nämlich aus der Liebe und aus der Weisheit - ist denn da nicht für jeden klar zu ersehen, daß nur das der Liebe (Entstammende) für die Kinder wahrhaft ein »Brot« zum ewigen Leben ist!? - Der »Wein« der Weisheit wird nur gegeben zur Dämpfung des Weltverstandes, damit der Mensch daraus erschaue, daß all sein törichtes Wissen an diesem »Ecksteine« scheitert, der da ist ein wahrer saurer »Weinstein«, ein Stein jeglichen Anstoßes!
   04] Wenn Jesus zu euch redet im Herzen und predigt euch Seine Erbarmung, so mögt ihr es verstehen, auf daß ihr zum Leben gelangen möget. So euch der Vater ziehet, auch da wögt ihr erkennen Seine Stimme. Wenn aber der Geist Gottes über euch kommt und lehrt euch Weisheit, da glaubt ihr, so euer Verstand die unereichbare Höhe und Tiefe nicht zu fassen vermag, der Geist Gottes sei entweder mit sich selbst im Widerspruche, oder das Werkzeug, durch welches der Geist geredet hat, sei schlecht und gebe das Wort anders, als es dasselbe vernommen habe. - Merkt ihr aber dabei denn nicht, daß ihr dadurch widerstrebet dem Geiste!?


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