Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1


KapitelinhaltVon Tod und Todesnot (29.04.1841)

   01] Des Leibes Tod ist des Lebens letzte Not und ist gleichsam die Anheftung ans Kreuz.
   02] Wäre nicht des Leibes Tod, so ginge alles Leben verloren. Aber durch des Leibes Tod wird das Leben gesammelt und gefestet, damit es nach dem Abfalle des Leibes selbst im schlimmsten Falle doch noch als etwas bestehen kann.
   03] Die mit dem Tode verbundene, vorhergehende Angst ist eben der Akt der Vereinigung des Lebens, welches vorher nur gar zu häufig schon in alle Weltwinde zerstreut war.
   04] Daher geschieht es auch, und das überaus notwendig, daß die Weltlichen einen oft überaus bitteren Tod schmecken müssen. Denn würde solches nicht geschehen aus Meiner übergroßen Erbarmung, so würden sie vollends ewig zunichte.
   05] Und daß solche (weltliche Seelen) nach dem herben irdischen Tode in einen höchst unfreien Zustand kommen, ist ebenfalls wieder nur, damit ihr im Leibestode (nur) schwer gesammeltes Leben sich nicht wieder verflüchtige und endlich gänzlich zunichte werde.
   06] Und so ist denn selbst der angst- und qualvolle sogenannte ewige Tod nichts als eine durch Meine große Erbarmung gesetzte Lebensverwahrung.
   07] Welche Menschen aber schon bei ihrem Leibesleben ihr Leben durch Selbstverleugnung, Demut und Liebe zu Mir in Mir vereinigt haben, wahrlich, diese werden von des Leibestodes Angst nicht viel verspüren. - Und wenn ihr irdisches Lebensschifflein einmal an den trüglichen Weltklippen zerstäuben wird, so wird der Wanderer schmerz- und sorglos sagen: »Ich bin mit meiner Habe im trockenen!«
   08] Bemühet euch daher, euer Leben schon hier zu vereinen in Mir, so wird euch der Tod des Leibes dereinst vorkommen wie eine große aufgehende Sonne dem nächtlichen Wanderer an einem Meeresgestade, welches voller Klippen und Abgründe ist.
   09] Glaubt es Mir, daß es also ist, so wird niemand mehr euch den inneren Frieden rauben!
   10] Das sagt der Herr des Lebens und des Todes! - Amen. Amen. Amen!


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