Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1


KapitelinhaltGebet- das beste Erziehungsmittel (18.04.1841)

   01] Höre du, Mein lieber Andreas-Willig, was deinen Neffen L. betrifft, so ist er von einem trägen Geiste gelähmt am tätigen Willenseifer. Daher wird er wohl zu allem Guten durch was immer für Zwangsmittel nicht leichtlich anzueifern sein, und das zwar so lange, bis dieser Geist aus ihm entwichen ist.
   02] Es sind aber derlei Geister (Trägheitsgeist) nicht hinauszubringen, denn durch anhaltendes Beten - das heißt nicht etwa stundenlange Gebete, sondern daß da im festen und lebendigen Glauben und Vertrauen mit dem Gebete an Meinem Namen angehalten wird, in welchem allein jede Bitte sichere Gewährung finden kann und wird.
   03] Wann aber das Gebet (um Befreiung) die gerechte Glaubenskraft erreicht hat, das weiß nur Ich. Das Gelingen richtet sich allezeit nach der selbsttätigen Glaubenskraft. Je mehr diese fest und unerschüttert anhält an Meinen Namen, desto näher liegt auch das Gelingen, welches allezeit in der gänzlichen, ungezweifelten Ergebung, Geduld und aller Liebe und Sanftmut liegt.
   04] Wann aber diese den rechten Grad erreicht hat, das weiß nur Ich, wie schon gesagt. Daher darf in jeder Bitte die Geduld nicht ausgeschlossen werden, damit sich ein jeder selbst prüfe, wie stark er an Meinem Namen hält.
   05] Zu jeder Bitte aber soll hinzugesetzt werden: »Herr, führe uns nicht in die Versuchung, sondern erlöse uns vom Übel!« - Desgleichen tue auch du, so wirst du schon erreichen, daß dein Neffe ein willig-eifriger Mensch wird.
   06] Lasse ihn aber öfter mit dir beten und sage ihm, daß er auch selbst fleißig beten und sich überwinden soll. Wenn es ihn noch so viel Anstrengung kosten sollte, desto mehr Freude wird ihm in Meinem Namen der errungen Sieg über sich bereiten. Dieses ist das beste Mittel und das unfehlbar wirksamste!
   07] Übrigens ist ein jedes Mittel, das aus Meiner Liebe in dir sproßt, ein taugliches und nach und nach zum Zwecke führend. - Die demütigenden sind die bessern, welche wohl nur dann anzuwenden sind, wenn ein widerspenstiger Geist sich in einem bedeutenden Grade zeigen sollte. Denn die trägen Geister haben meist kleine widerspenstige Geister bei sich als treue Gefährten. Aber wie schon gesagt: Ein anhaltendes Gebet ist gegen alles das beste Mittel!


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