Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1


   15] Denn wahrlich, wo irgendein Mensch ist, da ist er ja nicht allein, sondern eine ganze Gesellschaft ist mit ihm. Und da bedarf es am meisten eines Hauptgesetzgebers, damit die Gesellschaft eins werde unter sich und dieses Eins sei ein Leben aus und in Mir. - Wenn aber irgendeine Gesellschaft oder ein Mensch in beständiger Angst schwebt zwischen Mir und der Welt, denen will Ich ja recht gerne ihren Weltfrieden gönnen und Mich mit Meinen Statuten des ewigen Lebens zurückziehen. Und da mögen dann wohl wieder Gesellschaften der Weltunterhaltung gebildet werden. Allein Ich werde da nimmer den Friedensstörer machen und nicht eher wiederkommen, bevor Mein Engel mit der Sichel und mit dem Rauchfasse erschienen ist! - Das sage Ich, der vor der Türe steht. Amen!

KapitelinhaltVom wahren Priester, Arzt und Hirten - Licht und Trost für Schwache (25.01.1841)

   01] Da schreibe ein kleines Wort voll höheren Trostes an die Seele, die da stets kranken Herzens ist und sich in ihrer Schwäche weder zu raten und noch weniger zu helfen weiß. Sie hat sich ohne Meinen Rat und ohne ein ausdrückliches Begehren des besseren Teiles der kirchlichen Priesterschaft durch eine unnötige Beichte (oder sonst kirchliche, priesterliche oder doktrinäre Influenz) in eine Spalte geklemmt, deren Zusammendruck ihrem weichen Herzen eine sehr beklemmende üble Sache machte. Dadurch gleicht sie einem Kranken, zu dem zwei Ärzte kommen, welche feindselig gegeneinander fahren, da sich der Kleine gegen den Großen auflehnt, indem er keine Einsicht von der Art und Weise hat, wodurch der Große mit großer Leichtigkeit und Sicherheit seine Kranken heilet; während der Kleine vorgibt, daß nur er die wahre Universalmedizin besitze, an deren einzig und allein zu heilen vermögender Seite alles andere eitel und verdammlich ist.
   02] Dieser Kranken sage, daß nur Ich der einzig und allein rechte Arzt bin und frei helfen kann, wem Ich will und daß Ich mich ewig nimmer binden lasse werde von irgendeinem gallsüchtigen Kleinpriester, dem viel mehr eine vermeintliche Verkümmerung seiner geistlichen Autorität als das wahre Seelenheil seiner sogenannten »Beichtkinder« am Herzen liegt.


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