Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1


   20] Ihr werdet doch verstehen, welche Bewohner hier verstanden werden? (Gemeint sind die in der Materie gefangenen und gerichteten Naturgeister, aus denen ja im letzten Grunde die ganze Materie besteht und die, wie alle geistigen Wesen, zu ihrer Lebenserhaltung ein geistiges Atmen aus dem allernährenden heiligen Gottesgeist benötigen.) - Da wir nun aber sogar die Steine haben »schnarchen« gehört, so wird es gewiß ein noch viel Leichteres sein, die viel organischere Pflanzenwelt in ihrer notwendigen Ein- und Ausatmung zu belauschen.

KapitelinhaltVom Atmen der Pflanzen (22.11.1840)

   01] Sehet, eine Pflanze, vom Baum bis zum Grase, besteht, wie ihr im allgemeinen wißt, aus einem untersten Teile, der allezeit in der Erde steckt und der Wurzelteil der Pflanze ist, welcher Wurzelteil gleich ist einem Fuße, auf dem die Pflanze steht. Und zugleich aber ist dieser vielästige Fuß auch ein barer Polyp, welcher die Nahrung durch tausend Saugrüssel in sich saugt.
   02] Auf diesem untersten Teil, mit selbem in organischer Verbindung, steht über der Erde der Stamm, der da gleich ist dem Leibe der Tiere, in welchem sich der »Hauptmagen« zur Verdauung der in sich genommenen Speisen befindet - neben welchem Hauptmagen freilich noch, wie in jedem tierischen Körper, viele tausend kleine »Nebenmägen« sich befinden, von denen jeder die vom Hauptmagen aufgenommene Speise wieder zu etwas anderem verdaut. Es ist hier nicht der Ort, um alle diese »Nebenmägen« in der Ordnung ihrer Verrichtung aufzuzählen, sondern es soll unterdessen euch selbst überlassen sein, darüber eure Denkkraft in der Liebe zu Mir zu schärfen.
   03] Und so sehen wir, was über dem »Leibe« der Pflanze noch weiter zum Vorschein kommt, nämlich: die Krone, in welcher der Stamm, vervielfältigt, in die kleinsten Zweige ausläuft.
   04] Nun, das ist einmal das organische Bild der Pflanze!
   05] Bei den meisten Pflanzen werdet ihr mehr oder weniger im Stamme selbst oder aber doch im Stiele der Blätter oder Zweige einen hohlen Raum entdeckt haben, der mit keiner Flüssigkeit, sondern bloß nur mit Luft angefüllt ist - welche Luft jedoch nicht ganz gleichartig ist mit der äußeren, die Pflanze umgebenden atmosphärischen Luft, sondern entsprechend der jedesmaligen Beschaffenheit der Pflanze. Daß ihr z.B. solche Luft in der Blattstielröhre einer Kürbispflanze findet, wird wohl niemand von euch bezweifeln. Wie ist denn aber da die Luft hineingekommen?


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