Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1


   32] Daß die Sonne nicht ganz rein sich euch zu sehen gab, und das nur unter noch immerwährendem leichten Schneegestöber - dadurch wollte Ich euch sagen, wie es noch mit eurer Liebe aussieht. Wenn diese wärmer und wärmer wird, dann wird auch gewiß sich die Sonne des Geistes klären, in deren Strahlen ihr sehr leicht eure Schatten erkennen werdet. - Was aber der Schatten bedeutet, das sage Ich euch nicht, denn das müßt ihr schon ohnedies wissen.
   33] Schließlich werdet ihr noch bemerkt haben, als ihr zu sehr nebeliger Nachtzeit nach Hause gefahren seid, daß es einige Male geblitzt hat. Und das Dunkel der Nacht war so gut erleuchet, daß ihr euch darüber verwundert habt, und hattet auch Recht, euch darüber zu wundern. Denn dadurch habe Ich euch absichtlich sagen wollen, wie es eigentlich in eurer Brust aussieht, worüber ihr auch sehr froh und voll Heiterkeit sein könnt - daß nämlich die Nacht eures Lebens schon so helle wie die Nacht eurer Zurückfahrt geworden ist, da es auch hinter den Bergen eurer Erkenntnisse durch die Nebel ein wenig zu blitzen angefangen hat.
   34] Daher überdenkt wohl diese Reise! Denn darum habe Ich sie euch verordnet, um euch in der großen Natur ein getreues Bild eurer selbst zu entwerfen.
   35] Sehet, das sind die versprochenen »Diäten«, die mehr wert sind als eine Sonne voll Geldes. Denn viele sind, welche die Natur mit ihren Augen angaffen, aber wenige, die sich selbst in derselben finden.
Amen. Das sage Ich, der große Diätengeber! - Amen.

KapitelinhaltVom Sein im Schein

   01] Diese Erdenlebens Schein, o Bruder, ist nicht dein; doch wohnt im Schein ein großes Sein! - Daher traue nicht dem Scheine, sondern nütze dieser Erdenfackel matt Geflacker, daß du findest das wahre Sein in dir!


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