Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1, Seite 116


KapitelinhaltVorwort zur Schrift »Die Fliege« (03.09.1840)

   01] Es ist gut, öfter auf so manches seine Gefühlsaugen zu richten und darin Meine Liebe und Weisheit zu gewahren - und wäre der zu betrachtende Gegenstand noch so gering! -; denn es liegt doch immer etwas Unendliches darinnen. Und so ist es auch würdig eines geistigen Blickes, da alles, worinnen sich Unendliches birgt, von Mir ein Atom ist, in dem ein ewiges Sein waltet.
   02] So Ich euch nun in einem kleinen Liede eine unbeachtete Fliege etwas vorsumsen lasse, so denket, daß auch dieses geringfügige Tierchen nicht zu den Ungezählten gehört. Denn so Mir die Atome des Lichtes und die Monaden des Äthers durch alle Unendlichkeiten und Ewigkeiten genau zahlenweise bekannt sind, wie soll es eine Fliege nicht sein, zu deren Bildung doch mehr als eine ganze Milliarde Atome nötig ist!«
   03] Daher lassen wir eine Fliege ein wenig sumsen!

KapitelinhaltDie Fliege (03.09.1840)

   Es sumset die muntere Fliege in lustiger Weise
ein artiges Liedchen Mir, mächtigem Schöpfer, zum Preise.
Sie sumset in wonniger Freude gar sinnig von Liebe
und kreist im Meere desselben aus innerem Triebe
und redet gar deutlich vernehmliche Worte der Gnade
und kündet und zeigt zu geben euch - ärmliche (demütige) Pfade.

Nun seht das Tierchen, wie munter und fröhlich es kreiset,
und wie es ganz sorglos dem Triebe gehorsam sich weist
in dankbarer Haltung der Richtung, die Ich ihr gegeben.
Und nie wird sie, so wie ihr, nach dem Verbotenen streben.
Ich sage, umsonst ist es euch nicht so nahe gestellet.
Und ob auch das Mittel wohl klein - ist's von Mir doch erwählet!


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