Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1, Seite 89


KapitelinhaltDie Naturseelenentwicklung im Tierreich (16.08.1840)

   00] Schreibend: K.G.L. - S. - D. - Andr. u. Ans.H. - Der Herr sprach durch Jakob Lorber wie folgt:
   01] Damit ihr euer heutiges (von den Freunden Jakob Lorbers gestelltes) Thema, welches in der inneren (geistigen) Darstellung einer Taube besteht, begreifet, so ist es notwendig, einige flüchtige Rückblicke auf das am gestrigen Tage (über die Perlenmuschel) euch Mitgeteilte zu machen.
   02] Obschon die Bewohner der Luft nächst den Bewohnern des Wassers die höhere Fortbildungsstufe einnehmen, so ist es doch, wenn man aus dem Wasser gestiegen ist, nötig, zuerst über die Fläche der Erde einen Blick zu werfen und dann sich erst in die Regionen der Luft zu erheben, um daselbst eine nähere Bekanntschaft mit deren geflügelten Einwohnern zu machen.
   03] Im Wasser gibt es eine sonderbare Art Wesen von einer sehr unförmlichen Gestalt, die da nicht besser aussieht als ein vielbezweigter Baumast und von euch mit dem Namen »Polyp« benamst wird. Dieser Polyp setzt sich gleich einem Baumgewächse an irgendeiner Stelle fest, wurzelt sich in dieselbe ein und ergreift mit seinen vier, fünf, sechs, oft auch sehr vielen Armen oder Rüsseln die ihm nahekommenden Gewürmer und andere Wasser-Insekten und verschlingt dieselben in sich, wodurch er dann - besonders in den unteren Tiefen des Meeres - zu einer baumartigen Größe heranwächst.
   04] Wenn dadurch nun seine Verdauungsorgane fester und fester geworden sind, so fängt er, auch hierin gleich einem Baume, an, teilweise abzusterben und lebt nur noch in seinen äußeren, jüngst gewachsenen Rüsseln fort. Jedoch nach und nach, besonders wenn es ihm anfängt an hinreichender Nahrung zu gebrechen, so wird er dann ganz tot.
   05] Ist nun dieses mit ihm vorgegangen, so geht sein ganzes unförmliches Wesen in eine unzählige Menge von kleinen rötlichen Würmern über. Diese Würmer zehren dann, sich gewaltig vermehrend, wohlbehaglich an einem solchen abgestorbenen Polypen. Und wenn sie sich so gewisserart zu Tode gefressen haben, dann vereinigt sich ihr Leben zu einem Leben, aus welchem dann eine Art Fische zum Vorscheine kommt.


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