Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1, Seite 67


KapitelinhaltLiebe will Ich (08.08.1840)

   00] Etwas an alle, und zunächst an A.H.
   01]

Wenn Ich euch an arbeitsfreien Tagen
wunderbar Dinge pfleg'zu sagen
aus des armen Knechtes schwachem Munde,
ladend euch dadurch zum neu'sten Bunde,
der hinfort in Liebe euch soll binden,
um der Erd' ein heilig Reich zu gründen -
seht, da werdet traurig ihr und schwach im Glauben,
denkend: Dornen tragen ja doch keine Trauben!

In der Zukunft soll nach solchen Stunden,
die in Meiner Gnad' ihr habt empfunden
- da Ich nur aus übergroßer Liebe
von den Augen euch des Schleiers Trübe
freundlich nehme samt der Sünden Menge -
niemand tragen eine Herzensbänge.
Denn Ich gebe euch kein neu Gebot.
Nur die Liebe tut euch allen not!

Seht, was euch von Dingen hier wird Kunde,
geht, wie alles, nur aus Meinem Munde.
Sag' Ich euch da unerhörte Dinge,
wenn Ich Selbst von Meiner Größe singe,
so bedenkt, daß Ich es bin voll Gnade,
zeigend euch der Liebe heil'ge Pfade.
Denn es weiß sonst niemand, was die Sünden,
als nur, dem's der Vater will verkünden.

Ich will niemals richten nach dem Glauben,
nie an Augen legen Zwangesschrauben.
Jeder glaube nach der Kraft der Sehe
seines Geistes. Doch ganz wohl verstehe,
jeder, was er glaubt und wie er liebet!
Sonst, Ich sag' es euch, wird er betrübet
bis in seines Herzens Tiefe werden
früher oder später noch auf Erden.


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