Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1, Seite 62


   06] Daher liebt Mich und glaubt ungezweifelt, was Ich euch durch Meinen einfältigen Knecht kundgebe! Machte euch ein Stein schon stutzen, was werdet ihr erst sagen, so Ich eine ganze Sonne vor euch enthüllen werde körperlich und geistig! Und was dann, wenn einen Engel!?
   07] Daher seid heiter und fröhlich und voll Lust in eurem Herzen! Denn Ich, euer Vater, sehe, was jedem vorderhand not tut. - Amen.

KapitelinhaltVom Baum des Lebens (06.08.1840)

   00] Der Wald enthält Föhren, Fichten und Tannen. - J.L. spricht, eigentlich der Herr durch ihn. - K.G.L., Andr. H. und Ans.H. schreiben.
   01] Allhier in diesem Walde, da ihr euch soeben befindet und in dessen urwesentliche Tiefe ihr einzudringen gedenket, steht schon zum zehnten Male ein Wald, und zwar stets besetzt mit derselben Art von Bäumen, die mit der Natur des Bodens im Einklange steht, da nicht leichtlich eine andere Baumgattung hier fortkommen dürfte.
   02] Denn seht, ein jeder Baum steht auf seinem Fleck und breitet da eine große Anzahl großer Wurzeln und besonders auch kleiner, sogenannter Haarwurzeln in das lockere Erdreich, auf welchem er sich befindet. Einem jeden solchen Baume nun aber ist eine vegetative Seele gegeben, oder wie ihr es leichter versteht: es wohnt einem jeden Baume ein stummer Geist inne.
   03] Dieser Geist besitzt eine ganz einfache Intelligenz. Mittelst dieses von Mir ihm verliehenen Vermögens erkennt er in der Erde die ihm zusagenden Nahrungsteile, erschafft sich nach Meinem Willen an den Wurzeln, da er vorzüglich wohnt, viele tausend Arme, mit welchen er unter der lockeren Erde die Säfte aufgreift und treibt und führt sie durch die von ihm gestalteten Röhrchen und Kanäle bis in den höchsten Gipfel und in alle Zweiglein des Baumes.
   04] Jedoch die Säfte, wie er sie unter der Erde für seine Beschaffenheit ihm tauglich erkennt, sondert er erst in den Zweigen in die verschiedenen Teile ab. Die gröberen werden abgesetzt in den Stamm, und selbst davon werden noch die unreineren über die Sphäre des Stammes getrieben und bilden da die Rinde oder gleichsam die Haut oder das Kleid des Baumes.


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