Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1, Seite 32


KapitelinhaltDie bösen Sieben (04.06.1840) (lk.11,24-26)

   00] (Über lk.11,24-26): »Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchirrt er wüste Gegenden und sucht dort eine Ruhestäte; und wenn er keine findet, so sagt er: »Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe«. Wenn er dann hinkommt, findet er es schön gefegt und aufgeräumt. Hierauf geht er hin und holt sich noch sieben andere Geister, die schlimmer sind als er selbst; und sie ziehen ein und wohnen dort; und das Ende wird bei einem solchen Menschen schlimmer als der Anfang«.
   01] Sage dem A. und allen seinen erwachsenen Angehörigen, als welche sind: dessen Weib und Töchter: »Wer da suchet, der findet; wer da klopft an, dem wird aufgetan; und wer da bittet, dem wird gegeben, um was er bittet, in der Fülle!«
   02] So jemand ein Weib hat, und das Weib liebt ihren Gemahl im stillen, daß es nicht merken möchte die Welt, da sie meint, es werde die Welt Unordentliches von ihr denken (so sie merken würde, daß sie mit ganzem Herzen an ihrem Gemahl hänge), daher tut sie äußerlich kalt und geschämig und läßt ihren Leib nicht berühren, während sie doch innerlich brennt vor Begierde. So nun der Gemahl alle seine Mühe vergebens verwendet, sein Weib heimelich und ganz ergeben zu machen, sie aber stets schüchtern bleibt, teils ihrer Weiblichkeit, teils der Welt, teils aber der Dumm- und Narrheit wegen - was wird wohl dieser Gemahl tun?
   03] Ich sage, er wird sein zimperlich dummes Weib aus Liebe in ihrer Narrheit lassen bis an ihr Ende und wird sie nicht mehr auch nur mit einem Finger berühren, wird aber seinen Samen legen auf fremden Boden, da viel Unkraut und Disteln sind, und wird sich denken: »Kann ich da auch keine Ernte halten, so will ich mir doch einen Samen ziehen, der da sei meines Namens für eine künftige Saat und reiche Ernte.«
   04] Und Ich sage, dieser Mann hat, dieses als Züchtigung seinem Weibe, recht getan, da er es aus Liebe tat. Und Ich sage nun auch euch: dieser Gemahl bin Ich, und das sehr dumme Weib seid ihr!
   05] Nun habe Ich euch schon so oft angreifen und an Mein Herz drücken wollen, doch ihr entwindet euch allezeit durch allerlei Weltschüchternheiten und narrheitsvolle, gleichsam demütige, weltzüchtige Gründe. Ihr haltet die Mir gehörige Liebe verschlossen in euch und meinet, es werde die Zeit schon kommen, da Ich kommen und euch anblasen werde, damit ihr Mich dann unermeßlich lieben könntet. Oder ihr meint auch, Ich werde diese Liebe in euch schon bemerken (vielleicht durch irgendein Mikroskop). Allein ihr irrt euch. Und so ihr beharrt darin, so werde Ich tun wie der Gemahl und euch in eurer Zimperlichkeit lassen.


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