Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1, Seite 24


KapitelinhaltÜber den Eid oder Schwur (mt.05,33-35)(28.05.1840)

   01] Es fragt da einer nach dem Rechte und der Wahrgeltung des Eides oder Schwures, welches eine verständige Frage ist.
   02] Sehet, so Ich im Herzen irgendeines Menschen bin, dann hat er die Wahrheit in sich. Er tut, denkt und redet aus derselben heraus, und diese dreifache Beschäftigung ist (in solchem Falle) eine wahre Handlung und braucht nicht mehr denn Ja oder Nein. Alles darüber ist eine Sünde; weil da sowohl vom Eidfordernden als vom Eidlegenden ein schändliches Mißtrauen auf Meine unantastbare Heiligkeit gesetzt wird, die da ist die Urquelle aller Weis- und Wahrheit in Mir ewig.
   03] So aber jemand Mich nicht hat in seinem Herzen treulich, dessen ganze Handlung ist falsch und trüglich im Tun, Denken und Reden. Wie wollt ihr denn (da in solchem Falle) von dem Wahrheitlosen ein Wahrzeichen fordern und somit der Lüge Meine Heiligkeit als Sigill aufdrücken, damit ein weltrechtlich falsches Truggericht irgendeiner eigennützigen Behauptung eines Eigenliebigen die volle Geltung als rechtlich wahr erhalte!?
   04] Nun aber gebe Ich euch einen Rat aus Meiner Liebe, damit ihr Meine Heiligkeit schonet! - Sehet, wenn ein Eid euch ein sicheres Zeichen ist, kann es nicht ebensogut das bloße a »Ja« oder »Nein« sein? - So ihr belegt den falschen Eid mit Strafe, desgleichen könnt ihr ja auch das »Ja« und »Nein«! (a mt.05,37; jak.05,12; 2 kor.01,17)
   05] Ich rate euch, so jemand in seiner Aussage gelogen hat, entweder bejahend oder verneinend, dessen Name werde öffentlich vor allem Volke so lange infam (ehrlos) erklärt, bis er in aller Demut in sich gegangen sein wird und öffentlich bekennt seiner Lüge Schuld, was dann die erste Wahrheit sein wird auf seiner Zunge.
   06] Dazu könnt und sollt ihr ihm auch nach Umstand der Sache entweder ein Drittel oder die Hälfte, auch wohl sein ganzes Hab und Gut als rechtliche Sühnung der durch einen solchen Lügner aus Eigennutz gemißhandelten Wahrheit abnehmen. Denn er soll nicht haben ein eigen Brot, noch Dach und Fach, da er die Wahrheit verabscheut hat!
   07] Und ihr könnt versichert sein, daß euch da selbst der (schlimmste) Bösewicht nicht anlügen wird. Eher wird er ganz schweigen, gleich den Geistern der Hölle, die da Meinen Namen nicht aussprechen können.


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