Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 3

Kapitelinhalt 331. Kapitel: Mahals Ermahnung an seine Kinder, auf Gott zu vertrauen. Die Verdorbenheit der Menschen in der Tiefe. Aufbruch Mahals und der Seinen auf die Höhe.(27.07.1844)

   01] Es fragten aber des Mahal Kinder ihren Vater, was wohl für sie zu machen sein werde, so die Hanocher einen solchen Gewaltstreich gegen die Hochländer ausführen würden.
   02] Und der Vater Mahal sprach zu seinen Kindern: »Meine Kinder! Vertrauet auf Gott, und seid vollkommen ruhig; denn wir sind sicher und geborgen allenthalben auf der Erde Gottes, solange Gott der Herr mit uns ist!
   03] Haben wir aber Seine Gnade und Erbarmung und Liebe verscherzt, dann wird uns alles verfolgen und uns feindlich begegnen, was nur Wesen und Gegenstand heißt; nicht einmal unserm Schatten werden wir trauen können, daß er uns nicht verriete an allerlei Feinde!
   04] Darum aber wollen wir nun um so fester an Gott halten, auf daß wir ja sicher wandeln auf der Erde Gottes!
   05] Ich aber sage euch nun, meine lieben Kinder, wie ich es nun sehe in meinem Geiste: Also, wie da die Ordnung der Dinge nun steht auf der Erde, kann sie keine zehn Jahre mehr bestehen!
   06] Ein Mensch ist wider den andern; ein Volk zieht wider das andere; ein jeder will herrschen in seiner Sphäre und achtet keines Vorstandes und keines Königs!
   07] Also sind nun im ganzen Reiche Hanoch lauter unabhängige Herren, und der König zittert vor den Bürgern seiner Stadt, und alle seine Vasallen und all die Landpfleger in den Außenstädten sind ganz vollkommen eigenmächtige Herren und tun, was sie wollen. Sie legen den Landleuten unmäßige Steuern auf; aber der König wie sein General wissen davon nicht eine Silbe.
   08] Die auswärtigen Vasallen sind ganz unabhängige Herren geworden, führen untereinander beständig Kriege, so daß da schon seit langem kein Tag mehr ohne Blutvergießen abläuft.
   09] Hie und da gibt es wieder Volksaufstände! Da wird geraubt, geplündert und gemordet, und ein jeder, der bei irgendeinem solchen Aufruhr an der Spitze war, will hernach Diktator bleiben; und ist er als solcher geblieben, so wird er dann um vieles ärger, als die früheren Tyrannen und Despoten waren!
   10] Besonders arg verfahren fortwährend im Verborgenen schon seit vielen Jahren die ausgewanderten Kinder der Höhe mit den Kindern der Tiefe. Diese werden gar nicht mehr als Menschen, sondern als pure vernunftfähige Tiere betrachtet und auch also behandelt; und niemand mehr will sich vom Geiste Gottes leiten, ziehen und strafen lassen!
   11] Seit der höllischen Erfindung der Sprengkörner, der Erdbohrer und der Steinerweichungsbeize ist kein Berg mehr sicher vor der Zerstörungswut der Menschen.
   12] Saget, - kann Gott solch einem Wüten, Toben, Treiben, Morden, Zerstören, Lügen, Heucheln und Betrügen, und Stehlen und Rauben und einer allerartigen Hurerei länger noch so ganz gelassen zusehen?!«
   13] Die Kinder erschraken über diese Beschreibung der Dinge in der Welt.
   14] Mahal aber sprach: »Lasset uns bei Nacht und Nebel auch diesen Boden verlassen und ziehen zum Noah auf die Höhe; denn von nun an wird für uns nirgends sonst mehr eines Bleibens sein!«
   15] Darauf packte Mahal auch sogleich all das Seine zusammen und begab sich mit allen seinen Kindern auf die Höhe zum Noah.
   16] Was weiter, - in der Folge!


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