Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 3

Kapitelinhalt 185. Kapitel: Ohlad lobt Danel wegen seiner guten Rede und veranlaßt ihn, Gott dafür zu danken. (18.12.1843)

   01] Darauf begab sich der Danel wieder zurück zum Ohlad und sprach zu ihm: »Bruder, du gesalbter, wahrer König voll Macht und Gnade vom Herrn aus, der da als ein einiger Gott herrscht und regiert alle Dinge und Wesen, von Ewigkeit heilig, überheilig, - du selbst warst nun Augen- und Ohrenzeuge, wie ich gewiß, insoweit es mir nur immer möglich war, den Willen des Herrn an unsere Weiber und Kinder mit lauter Stimme ausgerichtet habe! Ob aber das etwas nützen wird dafür kann ich wohl unmöglich Bürge sein!
   02] Die Gnade des Herrn und deine dir verliehene königliche Macht mögen hier das Gelingen bewirken!«
   03] Und der Ohlad, ganz erstaunt über die früheren Reden des Danel, sprach zu ihm: »Fürwahr, also, wie du nun zu den Weibern und Kindern, wie auch indirekt zu den Brüdern allen geredet hast, hätte ich selbst kaum geredet!
   04] Denn deine Worte klangen ja so wahr und so inhaltschwer, als wären sie nahezu unmittelbar aus dem Munde des Herrn an dies Volk ergangen!
   05] Fürwahr, wo solche Worte wirkungslos verbleiben möchten, da hülfe dann wohl nichts anderes mehr als das Gericht und die allerschärfste Strafe!
   06] Ich aber bin zum voraus der guten Überzeugung, daß du, liebster Bruder, nicht umsonst geredet hast; denn ich vernahm und ersah ja, wie am Ende alles ganz gewaltigst in sich zu gehen anfing, besonders bei der Gelegenheit, als du das herrliche Bild von dem Gifttropfen in den zehn Maß reinen, gesunden Wassers, und also auch umgekehrt, aufstelltest!
   07] Lassen wir sie jetzt deine Worte nur gehörig in sich verdaulich betrachten, und ich bin völlig versichert, daß sie sich darnach richten und fügen werden, so des Wortes Geist erst völlig in ihr ganzes Wesen übergehen wird!
   08] Durchsäuert sind sie schon; wenn da noch die Liebwärme des Herrn hinzutreten wird, dann wird dieser Teig, den du nun angemacht hast, schon aus der eigenen in sich selbst entwickelten Kraft zu steigen anfangen! Du verstehst mich, was ich damit sagen will?!
   09] Gehe aber nun mit mir an die Pforte des Tempels, und falle dort vor der allerheiligsten Gegenwart des Herrn nieder und danke Ihm aus dem Grunde deines Herzens für die Gnade, durch die du so weise hast zu reden vermocht, und bitte aber den Herrn auch um das Gelingen deiner Worte!
   10] Ich aber werde vor dir in den Tempel gehen und werde vor dem allerheiligsten Altare des Herrn dasselbe tun in der Gegenwart meiner Minister; und wenn dich dann der Herr rufen wird, dann erhebe dich, und tritt mit der höchsten Ehrfurcht und mit der allerdemütigsten Liebe in den Tempel, und der Herr Selbst wird dir da die Weisung geben, was du zu tun haben wirst! Und so laß uns denn hingehen im Namen des Herrn! Amen.«


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