Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 3

Kapitelinhalt 123. Kapitel:Der geteilte Erfolg der Botschaft Lamechs an die Völker. Der raffinierte Materialismus bei den Kindern der Höhe. Lamechs Ärger darüber und Gottes Trostworte. (21.09.1843)

   01] Und die Zusammenberufenen erkannten und ersahen während der Erzählung Lamechs, daß da alles die vollste Wahrheit ist, was er ihnen kundgegeben hatte, und sie gingen dann frohen Mutes und festen lebendigen Glaubens auseinander und gingen auch sogleich zu den Völkern in den vier Gegenden und verkündigten ihnen alles, was sie vom Lamech mit lebendiger Selbstüberzeugung vernommen hatten.
   02] Viele vom Volke bekehrten sich wieder; aber doch blieb der größte Teil ungläubig und sprach: »So an der Sache etwas wäre, da sehen wir nicht ein, warum Sich der Herr nicht auch uns ebensogut wie dem Lamech offenbaren solle, indem wir doch ebensogut Menschen sind wie der Lamech und ebenso wie er vom Adam abstammen?!
   03] Wir glauben wohl, daß da ein unerbittlicher Gott über uns herrscht nach Seinem Wohlgefallen, und das ist genug; was brauchen wir da Drohungen noch dazu?
   04] Dafür, daß wir alle endlich ins Gras beißen müssen, wird doch der Glaube genug sein?! Sich aber noch extra zu fürchten vor dem Gotte, der uns am Ende nichts mehr und nichts weniger tut als bloß ganz einfach tötet, wäre wohl dumm von Seite eines jeden helldenkenden Menschen!
   05] Iß und trink, und vertreibe dir die lästige Zeit auf die angenehmste Art, das sei unser Wahlspruch; denn für das, was da höchst mystischer und ungewisser Weise erst nach dem Tode kommen soll, geben wir keinen faulen Apfel!
   06] Ist etwas an der Sache, so soll sie uns der Jehova ebensogut wie dem Lamech offenbaren, - denn auch wir sind Menschen; tut Er aber das nicht, so liegt uns wenig an Ihm um nichts und wieder nichts!
   07] Ihr aber, die euch der Lamech, aber nicht Gott zu uns gesandt hat, möget glauben, was ihr wollet; das kümmert uns wenig, und eure allfällige Überzeugung ist für uns ein hohler Kreis!
   08] Das Ende wird wohl euch wie uns die Rätsel der Erscheinungen im Lebenslaufe auf dieser Erde lösen, verstehet: wenn wir in derselben faulen und für ewig vergehen werden also, als wären wir nie dagewesen!
   09] Was aber da eure Warnung vor der Tiefe betrifft, so müssen wir darüber nur lachen! So es dort im Ernste wunderschöne Weiber gibt und wir dieselben leicht bekommen können, da müßten wir ja gerade auf den Kopf gefallen sein, so wir sie uns nicht holten; denn das ist gerade noch das Beste, was der sterbliche Mensch auf dieser dummen Welt hat!
   10] Ist es dem Jehova nicht recht, da soll Er es anders machen; solange Er uns aber leben läßt also, da müßten wir doch schöne Narren sein, so wir uns noch dies bißchen Leben für nichts und wieder nichts verleiden sollten!
   11] Ziehet daher nur von uns hin weg, ihr gläubigen Lamechsboten, und lasset uns für die Zukunft ungeschoren; denn wir wissen es schon ohnehin, was wir zu tun haben!«
   12] Siehe, das waren die Früchte der ehemaligen Benehmung Lamechs!
   13] Als der Lamech aber durch seine Boten solche Äußerungen vernahm, da ward er sehr erbittert und wußte sich nicht zu helfen.
   14] Aber der Herr sprach zu ihm »Lamech, du weißt, daß Ich zu dir gesagt habe: Wolle aber nichts übers Knie brechen!' Daher beachte nun dieses:
   15] Wer da kommen will, der komme, - wer aber nicht kommen will, den lassen wir laufen, wohin er will; am Ende wird er uns schon kommen, und da wollen wir mit ihm über seine Vernunft ein paar Wörtchen sprechen für die Ewigkeit!
   16] Also sei es! Was aber da die Lust zu den Weibern in der Tiefe betrifft, da soll sich ein jeder, der es will, um eine bewerben; daß er aber mit derselben nicht wieder die Höhe betreten wird, dafür werden wir schon sorgen!
   17] Daher sei ruhig, und bleibe mit den Guten in Meiner Liebe ewig! Amen.


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