Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 3

Kapitelinhalt 77. Kapitel: König Lamechs Weihe zum Oberpriester des Bergtempels. Gottes trostvolle Verheißung Seiner steten Gegenwart im Tempel. (14.07.1843)

   01] Als aber der Henoch diese Worte beendet hatte, und die Sonne ihrem Aufgange sich auch ganz gewaltig zu nähern anfing, da erhob sich der Lamech, ging vor den Herrn hin und fiel da auf seine Knie nieder und fing an, Ihn in aller Glut seiner Liebe anzubeten und zu danken für alle die unermeßlichen Gnaden, Gaben und Erbarmungen, und bat den Herrn in aller Liebeglut seines Herzens, daß Er ja beständig bei ihm verbleiben und doch nicht hinfort wieder verschwinden und unsichtbar werden möchte.
   02] Der Herr aber erhob Sich auch und sagte darauf zum Lamech: »Stehe auf, Mein geliebter Sohn Lamech! Ich sehe nur auf dein Herz, und nicht auf deine Knie; ist dieses in der Ordnung, so ist es auch der ganze übrige Leib. Dein Herz aber ist nun in der vollkommensten Ordnung; so wird es auch dein Leib sein!
   03] Ich aber habe nun eine große Freude an dir, und so denn weihe Ich dich auch zum Oberpriester dieses Tempels ein.
   04] Diese Nacht hindurch habe Ich dir gezeigt die mannigfachen Grade der wahren, inneren Weisheit aus Mir, und dieser sichtbare Tempel, erbaut von deiner Einsicht und Hand, ist dadurch zu einem Tempel der Weisheit geworden, in dem sich der Mensch der Erde allzeit erinnern soll, daß Ich, der Schöpfer Himmels und der Welt, Selbst dich gelehrt habe auf dieser Stelle und habe mit dir geruht auf den Stufen des Altares und habe sie dadurch gemacht und geweiht zu Stufen, auf denen der Mensch seine Nichtigkeit vor Mir erspähen soll in der völligen Ruhe seines Geistes; und hat er solches, da hat er dann in diesem Tempel Mir ein gerechtes und wohlgefälliges Opfer dargebracht, also, wie du es Mir nun aus deinem heißen Herzensgrunde dargebracht hast!
   05] Da aber nun solches alles vor deinen Augen und vor den Augen des hier anwesenden Volkes, welches mit uns zumeist die ganze Nacht hindurch gewacht hat, geschehen ist und das Volk aber noch nicht weiß, wer Ich und woher Ich bin, so sage Ich dir nun: Wenn der Sonne erster Strahl die Kuppen der Berge zu röten anfangen wird, da tritt du an die Schwelle des offenen Tempels und verkündige es dem Volke nun ganz unverhohlen, daß Ich hier weile.
   06] Und sage dann zum Volke zu solcher Kündung noch hinzu: es solle sich sammeln um den Tempel; aber niemand solle seinen Fuß in den Tempel setzen!
   07] Und Ich werde dann Selbst aus dem Tempel eine großwichtige Lehre geben dem Volke, welches Mir gefolgt ist hierher mit Liebe und großer Wißbegierde, da es Mich nicht erkannte, und Mir daher im Geiste sicher noch inniger folgen wird, so Ich von ihm erkannt sein werde!
   08] Siehe, es wird schon sehr helle im Osten; daher fasse dich auf dein erstes Mir dienendes Geschäft in diesem Tempel!
   09] Ich aber sage dir, weil du Mich gebeten hast, von nun fortan bei dir zu verweilen: Wo des Herrn getreuer Diener ist, da wird auch sein Herr nicht ferne sein; und wo die Kinder sind, da ist auch der Vater!
   10] Auf diesen Stufen wirst du Mich allzeit treffen; wirst du Mich auch nicht allzeit mit deines Leibes Augen erschauen, so wirst du Mich aber dennoch allezeit im lebendigen Worte vernehmen!
   11] Siehe, das ist eine große Verheißung! Gehe aber nun ans anbefohlene Werk! Amen.«


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