Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 2

Kapitelinhalt 109. Kapitel: Horadals Einsetzung zum wahren Führer seines Volkes. Die drei Gnadenzeichen an Horadal.

   01] Nach dieser Rede aber sagte der hohe Abedam, Sich zum Horadal wendend: »Du, Horadal, aber, der du das heilige Fünklein Faraks also treulich durch alle Stürme der Versuchungen der Schlange und aller Welt aus ihr in deinem Herzen bewahrt hast, siehe, hier vor dir nun ist mehr denn das Fünklein Faraks, eine unendliche Sonne, - Ich Selbst, von dem Farak zeugte, - Ich, der ewige, unendliche, allmächtige Gott, der große Schöpfer aller Dinge, welche da erfüllen alle Himmel und alle endlosen Weltenräume vom Kleinsten bis zum Größten, - Ich, die allerheiligste, allergrößte, die allerreinste, ewige Liebe, - Ich, dein und aller Kinder Adams allein wahrer Vater, der Ich allein das Leben habe und dasselbe gebe aus Mir, - Ich, - Ich - bin nun vor dir!
   02] Da du aber das Fünklein Faraks also getreu bewahrt hast in deinem Herzen und hast geglaubt an Den, den du nicht gesehen hast, und hast geglaubt dem heimlichen Rufe in dir und mochtest nicht zweifeln, daß Ich in diesem heimlichen stillen Rufe dir habe zu erkennen gegeben Meinen Willen, und so du solchen vernehmend in dir erkannt hast, auch sogleich strenge danach handeltest, - kurz und gut, sage Ich dir, da du im Kleinen Mir wahrhaft treu geblieben bist, so wirst du Mir sicher auch von nun an um so treuer verbleiben, da du nun Den Selbst siehst und hörst, von dem Farak dem Volke in Hanoch gepredigt und geweissagt hat, - und wirst somit auch bei deinem Volke mehr denn die Stelle Faraks in Hanoch vertreten!
   03] Horadal, mit diesen Worten setze Ich dich nun über Großes, darum du Mir im Kleinen treu geblieben bist, und mache dich somit zu einem wahren Lehrer und Führer deines Volkes!
   04] Siehe, es gibt noch viele Blinde unter ihnen; mit diesem Meinem lebendigen Worte aber wirst du sie allesamt wohl sehend und lebend machen!
   05] Von nun an aber sollst du nicht mehr Meinen allemaligen Willen in dir also leise vernehmen, wie du selben vernommen hast in der Tiefe, sondern also wie du Mich nun vernimmst, also auch sollst du ihn, das heißt Meinen Willen, allzeit vernehmen in dir, außer dir und ober dir! Wirst du Mich auch nicht schauen also wie jetzt, so wirst du Mich aber dennoch allzeit hören wie jetzt!
   06] Horadal, Ich sage dir, dein Glaube ist groß; denn ohne ein Zeichen außer dem Meiner zwei Boten an dich - glaubtest du, daß Ich wahrhaftig es bin, der dir da solches sagt!
   07] Wahrlich, für dich wäre das zweite kleine Zeichen in der Segnung der Speise und des Trankes für dein Volk nicht vonnöten gewesen, da du schon lange eher in deinem Herzen also fest an Mir gehangen bist, bevor deine Augen noch Meine Wesenheit geschaut und deine Ohren Meines Mundes Vaterstimme vernommen haben!
   08] Da du nun aber Mich, deinen Gott und Vater, gesehen und gehört hast und glaubst fest, daß Ich es bin, der da zu dir solches redet, und hast Mich gebeten darum, daß du Mich lieben dürftest, darob Ich dir schon gegeben habe die drei großen Worte zuvor, so will Ich dir denn nun auch drei große Zeichen geben zum Lohne, darum du also fest geglaubt hast, daß Ich es wahrhaft bin, der allein wahre, ewige, unendliche, allmächtige Gott und Schöpfer und Erhalter und Lenker aller Dinge und der alleinig wahre, liebevollste Vater aller Menschen und Engel.
   09] Diese drei großen Zeichen aber sollen darin bestehen, daß du fürs erste wunderbar alsbald in dem von Mir für dich und dein Volk neu bereiteten Lande alles das überaus wohlbehalten antreffen wirst, was Ich dir zuvor verheißen habe.
   10] Fürs zweite aber wirst du in der künftigen Kraft deines Willens nach Meinem Worte allzeit erfahren, was alles Der vermag, der nun solches dir offenbart, verheißt und wahrhaft gibt.
   11] Und als drittes Zeichen aber wird dir bleiben Mein allzeit lebendiges Wort und das ewige Leben aus demselben!
   12] Aus diesen drei großen Zeichen wirst du für dich sowohl, wie für dein Volk, Meine endlose Liebe erst vollends erkennen, und wie überaus gut Ich, dein heiliger Vater, allzeit bin!
   13] Nun aber empfange Meinen vollen Segen, - und mache dich dann auf die Reise!
   14] Die zwei Boten aber werden dich geleiten in das nicht ferne von hier gelegene Land zwischen Morgen und Mitternacht.
   15] Deine Waffen aber überlasse hier dem Adam zum Zeichen, daß Meine Vaterliebe stärker ist denn alle Macht der Schlange!
   16] Und also zieht gesegnet von Mir von dannen in Meinem Namen! Amen!«


Home  |    Inhaltsverzeichnis  |   Werke Lorbers