Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 2

Kapitelinhalt 101. Kapitel: Henochs Rede an Horadal und sein Heer.

   01] Es berief aber der hohe Abedam alsbald den Henoch zu Sich und sagte zu ihm: »Henoch, siehe, diese Verblendeten sind für Worte aus Meinem Munde nicht fähig, dieselben anzuhören und sie aufzunehmen in ihr Leben, da bereits all ihr Geist ein Geist der Schlange ist!
   02] Meine Worte, die da kommen aus Meinem Munde, sind tötend für solche, die nun mehr aus dem Geiste der Schlange leben.
   03] Daher öffne du nun in Meinem Namen deinen Mund, und gib ihnen kund Meinen Willen also, wie du ihn finden wirst in Dir!
   04] Sodann erst will Ich diesem Geschlechte drei Worte sagen, entweder zum Leben oder zum Tode! Amen.«
   05] Wie aber der Henoch solchen Auftrag von Mir vernommen hatte, da dankte er Mir in aller Fülle seiner Liebe zu Mir, lobte und pries Mich laut vor all den Ohren der Tiefe und begann dann folgende Worte an den Horadal zu richten, sagend nämlich:
   06] »Horadal, höre und verstehe es wohl, und beachte es allertiefst in deinem Herzen, was du jetzt aus meinem Munde vernehmen wirst; denn das, was ich nun zu dir reden werde, ist nicht mein, sondern allein Dessen heiliges Wort, der da unter uns ist und hat mich vor deinen Ohren dazu berufen, daß ich dir kundtun solle Seinen allerheiligsten Willen, darum du lebend nicht ertragen möchtest die Stimme Seines Mundes.
   07] Denn dein gegenwärtiges Leben ist ein Leben der Lüge und aller Bosheit aus ihr, welche da ist der alte, hoffärtige, widerspenstige, abgefallene Geist, der sich nimmerdar umkehren will zu Dem, der ihn werden hieß, sondern sich dafür lieber selbst also anlügt, als sei er ein allmächtigster Geist aller Geister, während er doch schwächer ist denn eine Fliege und keine Kraft hat denn allein in der Lüge, in der er ist ein großer Meister.
   08] Ein solches Leben aber ist kein Leben, sondern ein barer Tod; dieser aber kann nicht bestehen, so da über ihn kommt die lebendigste Stimme Gottes, sondern geht zugrunde vollkommen gleich wie die Lüge im Lichte der Wahrheit.
   09] Solange aber die Lüge nicht ans Licht gebracht wird, da bleibt sie in ihrer Trugerscheinlichkeit also, als wäre sie etwas; aber im Lichte der Wahrheit hört sie plötzlich auf zu sein also, als wäre sie nie dagewesen.
   10] Gottes Wort aus Seinem Munde aber ist ja das allerhöchste Licht! So es in der Fülle an dich ergehen möchte, der du pur Lüge bist, was würde da wohl aus dir werden?!
   11] Damit du aber dennoch erschauen sollst, wie groß da ist die Liebe Jehovas, so hat Er mich berufen, daß ich mit dir reden soll in Seinem Namen.
   12] So groß aber ist Seine Liebe, daß Er Selbst der Lüge schont und zieht zurück Sein allmächtiges Licht, läßt es nur spärlich wiederkehren, damit selbst die Lüge, so sie frei aufnehmen möchte die Fünklein Seines Lichtes, übergehen könnte in ein wirkliches Leben, welches nach und nach fähiger und fähiger werden möchte, um am Ende sogar in der Fülle des göttlichen Lichtes zu bestehen und in und aus diesem Lichte dann auch überzugehen in Seine unendliche Liebe und in dieser zu werden ein neues Geschöpf, ja ein Geschöpf der Liebe, um in ihr zu überkommen die Kindschaft der Himmel und aus der endlich sogar die Kindschaft Gottes.
   13] Siehe, diese Worte aus meinem Munde sind eben solche wiederkehrenden Fünklein; so du sie in dir aufnehmen willst, da kann es mit dir ja werden, wie ich es eben ausgesprochen habe!
   14] Verharrst du aber in deiner Lüge, da sage ich dir im Namen Dessen, der da nun ist ein wahrer, liebevollster, heiliger Vater unter uns:
   15] Siehe, Er, der Herr Himmels und der Erde, Er, der allmächtige Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, kommt und wird kommen mit vielen Seiner Heiligen, um mit Seinem Lichte Gericht zu halten über alle Lüge und zu strafen alle ihre Gottlosen um ihrer gottlosen Werke willen und ihres gottlosen Wandels willen, durch den sie gottlos gewesen sind, und um alles des Harten willen und der vielen Lästerungen wegen, die solche gottlosen Sünder wider Ihn geredet haben!
   16] Wer aber ist gottlos? Siehe, der da ist dir gleich ein Leben der Lüge, in dem keine Wahrheit mehr haftet!
   17] Die Wahrheit aber ist das göttliche Licht, welches in der Lüge nicht ist zu Hause; wer aber besteht aus der Lüge, für die jede Wahrheit ist ein Gericht zum Tode, der ist ja doch sicher gottlos dir gleich und allen deinen Helfershelfern gleich!
   18] Diesen aber ist nun von Gott aus angedroht das unausbleibliche Gericht; denn nicht immer wird Er Sein unendliches Licht innehalten aus Schonung der Sünder.
   19] Wann Er aber kommen wird mit Seinem Lichte, sage mir: Wie wird sich dann halten vor Ihm der Sünder, dessen ganzes Wesen nichts ist denn pur Lüge über Lüge?!
   20] Erstehe nun und sammle dich und dein Lügenvolk, und sammle aber auch in dir und in dem Volke diese Fünklein!
   21] Werft weg eure Waffen der Lüge, und ziehet an das Kleid der Reue und der wahren Demut, damit ihr erfahren möget, was alles zuvor des großen Gottes Liebe tut, bevor Er ausgehen läßt aus Sich das unendliche Licht, in dem alle Gedanken werden offenbar werden!
   22] Ziehet euch aber dahin gen Mitternacht, und verlange keiner mehr, Hanoch zu sehen! Denn der Herr hat für euch alle schon ein Land zubereitet; in dem sollet ihr fürder leben ein Leben der wahren Umkehr zu Gott.
   23] Gehe aber nun und erfülle zum ersten Male des wahren Gottes Willen, dann wird der Adam euch segnen, auf daß ihr dann frei ziehen möget in das euch nun angezeigte Land!
   24] Des Herrn Wille mit Dir! Amen.«


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