Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes' (Band 1)

Kapitelinhalt 145. Kapitel: Adams Anordnungen für den kommenden Sabbat.

   01] Als nun bereits alle die Väter und alles umstehende Volk bemerkt hatten, daß der Emanuel nicht mehr unter ihnen war, sondern daß Er also ganz verschwand dem Wesen nach, als so von Ihm nie etwas dagewesen wäre, da wurden bis auf den Henoch alle traurig und wechselten wenige Worte untereinander. Erst als sich die Sonne schon stark geneigt hatte, besann sich Adam und sagte:
   02] »Kinder, da Der nicht mehr sichtbar unter uns wandelt, der da ist Jehova Emanuel Abba heilig, überheilig, was sollen wir nun noch hier machen?!
   03] Darum gehet hin zu den Kindern, und ladet sie auf den morgigen Sabbat, und kommt alsbald wieder zurück, auf daß wir dann behende aufbrechen und dann eilen auf die Höhe, unserer Heimat zu!
   04] Ihr aber, du Jura, Bhusin und Ohorion, und du auch, Abedam, sollt fürderhin bleiben in unserer Mitte, so es euch gefällt bei uns! Allein, wie nun ihr selber es aus dem Munde des Allerhöchsten deutlich vernommen habt daß da jeder völlig frei ist, also seid ihr es auch von mir aus, der ich bin euer aller irdischer Vater. Wie es also euch gefällt, also möget ihr es auch tun und dürfet nicht etwa fürchten, entweder durch eines oder durch anderes etwas zu gewinnen oder zu verlieren, sondern allein euer freier Wille leite euch in allen Dingen, und des Herrn Wort und Seine ewige Liebe aber sei auf allen Wegen und Stegen euer aller Führerin und sei eures Lebens Alles! Amen.«
   05] Und alsbald gingen Enos, Kenan, Mahalaleel und Jared und luden für den morgigen Sabbat die Kinder der Mitternacht, auf der Höhe zum Opfer zu erscheinen.
   06] Der Jura aber entgegnete dem Adam, sagend: »Vater, sieh, eine unaussprechlich große Freude ist es uns allen, daß du uns geladen hast, wieder bei dir auf der Höhe bleiben zu dürfen nur ist hier eine Frage nötig, und zwar diese: zu was nütze wir auf der geheiligten Höhe nun sind, und was da geschehen soll mit unseren Kindern.
   07] Es ist unter euch der Henoch nun ein lebendiger Priester des Herrn. Siehe, unsere Kinder haben niemanden der da geweckt worden wäre, denn allein uns; also wollen wir auch ihnen sein - wenn auch nicht in einem so vollkommenen Sinne -, was vom Emanuel aus euch und auch nach euch uns allen nun ist der Henoch.
   08] Solches aber werden wir benützen die Zeit unseres Lebens hindurch, darum wir nicht selten auf die Höhe kommen und allda fassen werden für uns und unsere Kinder aus eurer Mitte neue Wärme und neues Licht. Und sonach werden wir hier verbleiben; aber morgen noch viel vor dem Aufgange wollen wir vor deiner Hütte dem Herrn einen Lobgesang anstimmen! Amen.«
   09] Und der Adam erwiderte ihnen: »Also ist es, und wie des Herrn so auch begleite euch und stärke euch mein und unser aller Segen! Amen.«
   10] Nach dem aber wandte er sich zu Abedam und fragte ihn, was denn er zu tun gesonnen sei.
   11] Und der Abedam gab ihm überaus sanftmütig ganz denselben Bescheid. Und der Adam und alle lobten ihn seiner Treue wegen, und der Henoch trat zu ihm und sagte zu ihm folgende Worte:
   12] »Höre, Abedam, der Weg ist dir bekannt! Des Herrn Wille ist dein, Seine Liebe dir untertan. Deine Kinder sind noch alle blind. Siehe, nicht umsonst hat dich der Herr geweckt; daher eile zu den Deinen und bringe ihnen allen die frohe Botschaft und verschweige nichts, und allen sage laut und liebkräftig, was alles der Herr an uns allen getan hat!
   13] Sei gegrüßt, lieber Bruder im Herrn und in Adam, jetzt und ewig! Amen.«


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