Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 8

Kapitelinhalt 149. Kapitel: Jesus gibt Seine irdische Zukunft kund.

   01] Hier erwachte Ich, richtete Mich auf und sagte: »So ihr an Mich glaubt und nach Meiner Lehre fortan lebt und handelt, so tut ihr Mir gegenüber alles, was da Meiner Liebe, Gnade und Erbarmung wert ist. Ihr werdet aber in Meinem Namen noch gar vieles zu tun bekommen; werdet ihr alles aus Liebe zu Mir und zum Nächsten tun, was zu tun euch Mein Geist in euch beheißen wird, so werdet ihr dadurch Mir auch alles vergüten, was euch durch Meine Liebe und Gnade zuteil geworden ist.
   02] Was ihr euren armen Nebenmenschen Gutes tut, geistig und physisch, in Meinem Namen, das tut ihr Mir.
   03] Ihr nehmet nun auch die von Mir euch anvertraute Jugend und noch mehrere hiesige Arme aus Liebe zu Mir mit euch, die euch so manche irdischen Unkosten, Mühen und Sorgen bereiten werden, und sehet, das nehme Ich auch so an, als würdet ihr dasselbe Mir tun, und Ich werde euch dafür auch den Lohn im Himmel bereiten, und in dieser Welt werdet ihr keinen Schaden erleiden!
   04] So aber auch ihr, was in dieser Welt schon also zu sein und zu geschehen hat, von so manchen Prüfungen und Versuchungen heimgesucht werdet, so ertraget es in Geduld und werdet nicht unwillig, und sie werden euch zum Segen gereichen; denn welche Ich liebhabe, die prüfe ich auch und suche sie mit allerlei Proben heim.
   05] Ich habe euch schon auf dem Ölberge einmal zu verstehen gegeben, daß Ich in von nun an nicht gar ferner Zeit es Selbst zulassen werde, zum Gerichte der Frevler und zum Heile der Meinen, daß Mich eben die Frevler ergreifen und Meinen Leib töten werden, und das am Kreuze wie einen gemeinsten Verbrecher. So ihr davon hören werdet, da ärgert euch nicht aber Mich, sondern bleibet im Glauben an Mich und in der Liebe zu Mir, und ihr werdet dadurch einen großen Teil haben an Meinem Werke der Erlösung der Menschen aus den alten und harten Banden und Fesseln der Nacht des Todes, der Sünde und Sklaverei des finsteren und den Tod bringenden Aberglaubens!
   06] Ich sage es euch und auch allen andern noch einmal, daß sich darob niemand ärgere und schwach werde im Glauben! Denn obschon dieser Mein Leib von den Frevlern wird getötet werden, so werde Ich aber dennoch schon am dritten Tage wieder den getöteten Leib beleben und werde auferstehen als ein ewiger Sieger über den Tod und über alles Gericht! Ich werde dann wieder zu euch kommen und werde euch geben die Kraft Meines Geistes und Willens in euch zu eurer eigenen Lebendigmachung und Beseligung für ewig!
   07] Ich sagte euch dieses darum nun schon zum zweiten Male und mit großer Bestimmtheit zum voraus, auf daß, so es geschehen wird, sich von euch niemand ärgere an Mir.
   08] Ich sage euch aber auch noch etwas, da ihr in euch nun also fragend denket: "Ja, muß denn das also geschehen? Hat denn Er als der allweiseste und allmächtige Herr der Himmel und dieser Erde im Ernste kein anderes Mittel, um erstens die vielen Frevler zu bändigen, und zweitens, die an Ihn Gläubigen und Haltenden zu beseligen?"
   09] Und sehet, das, was Ich euch darauf sage, besteht darin: Ich will es nicht, daß es also geschehe, und Ich hätte der Mittel und Wege, Meine Kinder auch ohne das, was da geschehen wird, zu erlösen und selig zu machen; aber die argen Menschen wollen es also, und darum lasse Ich es denn auch zu, daß es also geschehen möge, auf daß sich eben dadurch auch viele Frevler zur Reue, Buße und zum wahren Glauben an Mich bekehren mögen! Denn die Brut im Tempel sagt und schreit es ja in einem fort: "Lasset uns ihn nur ergreifen und töten! Wenn er vom Grabe wieder auferstehen wird, dann wollen auch wir an ihn glauben!" Sie wollen also diese letzte Probe an Mir machen, und so sei es denn endlich auch einmal zugelassen. Es werden dadurch auch viele, die jetzt noch stockblind sind, sehend und an Mich gläubig werden; doch die Grundargen werden eben dadurch ihr Sündenmaß voll machen und fallen in ihr Gericht und in ihren ewigen Tod.
   10] Wenn Ich wieder aus dem Grabe erstehen werde, da werde Ich auch zu euch nach Rom kommen und euch selbst überzeugen von dem, was Ich nun zu euch geredet habe.«
   11] Hier fragte der Römer Markus, sagend: »Herr und Meister, bis wann von nun an wird solches an Dir geschehen?«
   12] Sagte Ich: »Bald! Eher noch, als ein Jahr um sein wird, werde Ich zu euch kommen und euch geben, was Ich euch verheißen habe. Aber nun wollen wir davon nichts Weiteres mehr verhandeln! Es fängt schon stark zu tagen an, und wir wollen den Morgen wieder im Freien zubringen!«
   13] Damit waren alle zufrieden und fingen an, sich mit Mir ins Freie auf den schon bekannten Hügel zu begeben.


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