Jakob Lorber: 'Die Erde'

40. Kapitel: Die Tätigkeit der Geister im Erdinnern (1. März 1847)

Originaltext Erstauflage 1856

Nachdruck der 4. Auflage 1953, Lorber-Verlag

01] Ihr habet schon bei der natürlichen Darstellung der Erde gesehen, wie die Erde als ein organisch lebendes Wesen ihre Nahrung nimmt, dieselbe in sich verdauet, und die Nährsäfte dann durch zahllose Organe hinaus bis zur Oberfläche leitet, und wie anderseits die gröberen unverdaulichen Excremente gegen den Südpol hingeleitet werden. Diese Nahrung oder Kost der Erde ist, wie ihr nun leicht begreifet, nur dem Sehen nach materiell, dem Wesen nach aber ist sie geistig; denn da dringen fortwährend eine zahllose Menge Geister und geistige Specifica von besserer Art in das Innerste der Erde, wo gewöhnlich die ärgsten Geister gebannt sind.

02] Dieses Hineindringen der besseren Geister in das Innerste des Erdwesens hat einen mehrfachen Zweck. Für's Erste werden die Seelen und Geister böser Menschen dahin gerichtet, und einer, wie ihr zu sagen pfleget, ewigen höllischen Gefangenschaft preisgegeben; denn solche Meuterer gegen die göttliche Ordnung müssen tief und fest verwahrt werden, damit sie die göttliche Ordnung fürder nicht stören können, indem vor solcher Einkerkerung viele tausend Besserungsversuche fruchtlos geblieben sind.

03] Ein zweiter Grund dieses Hineindringens der Geister und geistigen Specifica in das Innerste des Erdwesens ist der, daß es in diesem Inneren wieder Geister giebt, die, so wie ihr zu sagen pfleget, für ihre Tollwuth in dieser Gefangenschaft schon ein gehöriges Lehrgeld bezahlt haben, und sehr stark gewitziget worden sind, und wieder einen sehnlichsten Wunsch haben, in die Freiheit zu gelangen; solche Geister werden dann durch die hineingedrungenen besseren Geister auf den ordnungsmäßigen Wegen von ihrer Gefangenschaft befreit, und herauf zu der größeren Freiheit geführt, wo sie dann wieder zur Thätigkeit verwendet werden, und müssen da zuerst, weil noch etwas Böses in ihnen ist, sich an die Giftpflanzen, wie auch an giftige Thiere machen, und die zum Wachsthume erforderlichen psychischen Urspecifica ordnen, und dadurch solch' einer giftigen Pflanze oder giftigem Thiere jene Gestalt und Beschaffenheit geben, in der sie fortwährend ordnungsgemäß in die Erscheinlichkeit treten müssen. Thun solche Geister dann gut, so werden sie zu der Direktion besserer Pflanzen und Thiere geleitet; thun sie aber nicht gut, da sie oft ausarten, und die schädlichen Specifica, statt selbe in die Pflanzen zu leiten, sogleich in die Thiere oder Menschen leiten, wodurch dann epidemische Krankheiten entstehen, so werden sie von solchem Geschäfte wieder weggenommen, und in die Erde in engere Haft gethan, wo sie sich mit der Bildung der Metalle und der Steine abgeben müssen, welche Arbeit natürlicher Weise viel schwerer und langwieriger ist, und eine Befreiung von solch' einem Zustande erst dann erfolgen kann, wenn ein solcher Geist nach sehr vielen Jahren sein angewiesenes Geschäft getreu und zum Nutzen für die Erlösung in der Materie gefangener Seelen vollführt hat.
Das ist also wieder ein Grund, aus welchem die besseren Geister in das Innere der Erde sich hinabbegeben.

04] Ein weiterer Grund ist der, daß die gefangenen Urseelen befreit werden, und als freilich noch sehr stark getheilte Specifica in der Erscheinlichkeit von allerlei Flüssigkeiten herauf auf die Erdoberfläche geleitet, und da ihren Erlösungsweg durch die euch bekannten Stufen des Pflanzen- und Thierreiches nach der Leitung der dieses Geschäft überwachenden und leitenden Geister geführt werden; denn in der Erde giebt es allenthalben gefangene Geister, die entweder schon den Weg des Fleisches durchgemacht, oder die sich ohne diesen Weg als complete Geister manifestirt haben, welche Geister euch schon näher bekannt gegeben worden sind. Es sind nämlich Erd-, Berg-, Wasser-, Feuer- und Luft-Geister. Neben diesen zwei Arten von Geistern aber giebt es noch eine zahllose Menge von Seelenspecificis, die erst flottgemacht werden müssen, und dann gesammelt und geordnet in Ein Wesen, das ihnen auf jeder Stufe ihres Emporsteigens ordnungsmäßig entspricht.

05] Da dergleichen Geister und Seelenatome, je tiefer in die Erde hinein, auch desto ärger sind, so muß da eine übergroße Aufsicht geführt werden, daß besonders bei den Seelenpartikeln, die von aller Erde auf der Oberfläche derselben zusammenkommen, ja nur die reinsten zu der Completirung der eigentlichen Seele verwendet, die gröberen und böseren aber zur Gestaltung der materiellen Körper beschieden werden.

06] Also besteht auch der menschliche Leib aus puren Seelenpartikeln; aber jene, die den Leib machen, sind noch grob, arg und unlauter, daher sie auch noch zuvor wieder in die Erde kommen, dort verwesen müssen, und von da erst dann auf die euch schon bekannt gegebene Weise aus der Verwesung aufsteigen, um sich zur Completirung desjenigen Wesens, dem sie einst leiblich angehörten, anzuschicken, was gewöhnlich, wie euch schon bekannt gegeben, in der dritten oder obersten Erdgeistersphäre sich ergiebt, wodurch dann natürlich erst ein jeder reine Geist vollkommen wird, wenn er all' das Seinige wieder in sich aufgenommen hat, welches Aufnehmen die sogenannte Auferstehung des Fleisches ist, und den Spruch Pauli rechtfertiget, der da spricht: „Ich werde in meinem Fleische Gott schauen."

07] Daß dabei die in dieser ersten Region eingestellten Geister über Hals und Kopf zu thun haben, versteht sich von selbst; es sind auch aus diesem Grunde auf der Erde Ruhezeiten anberaumt, in denen solche geschäftige Geister Ruhe und Erholung haben, d. h. sie haben da eben nicht so viel zu thun, als wie in einer Geschäftszeit.

08] Eine solche Ruhezeit ist der Winter, der aber freilich unter dem Aequator viel kürzer dauert, als gegen die Pole hin; darum aber werden auch, je mehr gegen die Pole, auch schwächere Geister angestellt, so wie auch auf den höheren Gegenden der Erde, und je tiefer herab, desto kräftiger müssen die Arbeiter sein, was auch die Produkte gar anschaulich zeigen.

09] Nun wisset ihr schon etwas, wie Engel, Geister und auch Naturgeister bei der Gestaltung der Wesen thätig sind; weil aber dieses Geschäft mit überaus großen Schwierigkeiten und Kombinationen verbunden ist, so werden wir eben über diesen Punkt noch so Manches sprechen müssen, bis die Sache euch vollends klar wird; daher nächstens in dieser Sphäre weiter! -

01] Ihr habt schon bei der natürlichen Darstellung der Erde gesehen, wie die Erde als ein organisch lebendes Wesen ihre Nahrung nimmt, dieselbe in sich verdaut und die Nährsäfte dann durch zahllose Organe hinaus bis zur Oberfläche leitet, und wie anderseits die gröberen, unverdaulichen Exkremente (Auswurfstoffe) gegen den Südpol hingeleitet werden. Diese Nahrung oder Kost der Erde ist, wie ihr nun leicht begreifet, nur dem Sehen nach materiell, dem Wesen nach aber ist sie geistig; denn da dringen fortwährend eine zahllose Menge Geister und geistige Spezifika von besserer Art in das Innerste der Erde, wo gewöhnlich die ärgsten Geister gebannt sind.

02] Dieses Hineindringen der besseren Geister in das Innerste des Erdwesens hat einen mehrfachen Zweck. Fürs erste werden die Seelen und Geister böser Menschen dahin gerichtet und einer - wie ihr zu sagen pfleget - ewigen höllischen Gefangenschaft preisgegeben; denn solche Meuterer gegen die göttliche Ordnung müssen tief und fest verwahrt werden, damit sie die göttliche Ordnung fürder nicht stören können, indem vor solcher Einkerkerung viele tausend Besserungsversuche fruchtlos geblieben sind.

03] Ein zweiter Grund dieses Hineindringens der Geister und geistigen Spezifika in das Innerste des Erdwesens ist der, daß es in diesem Innern wieder Geister gibt, die - so wie ihr zu sagen pflegt - für ihre Tollwut in dieser Gefangenschaft schon ein gehöriges Lehrgeld bezahlt haben, sehr stark gewitzigt worden sind und wieder einen sehnlichsten Wunsch haben, in die Freiheit zu gelangen. Solche Geister werden dann durch die hineingedrungenen besseren Geister auf den ordnungsmäßigen Wegen von ihrer Gefangenschaft befreit und herauf zu der größeren Freiheit geführt, wo sie dann wieder zur Tätigkeit verwendet werden. Da müssen sie zuerst, weil noch etwas Böses in ihnen ist, sich an die Giftpflanzen wie auch an giftige Tiere machen und die zum Wachstume erforderlichen psychischen Urspezifika ordnen und dadurch solch einer giftigen Pflanze oder giftigen Tiere jene Gestalt und Beschaffenheit geben, in der sie fortwährend ordnungsgemäß in die Erscheinlichkeit treten müssen. Tun solche Geister dann gut, so werden sie zu der Direktion besserer Pflanzen und Tiere geleitet; tun sie aber nicht gut - da sie oft ausarten und die schädlichen Spezifika, statt selbe in die Pflanzen zu leiten, sogleich in die Tiere oder Menschen leiten, wodurch dann epidemische Krankheiten entstehen -, so werden sie von solchem Geschäfte wieder weggenommen und in die Erde in engere Haft getan, wo sie sich mit der Bildung der Metalle und der Steine abgeben müssen, welche Arbeit natürlicherweise viel schwerer und langwieriger ist. Eine Befreiung von solch einem Zustande kann erst dann erfolgen, wenn ein solcher Geist nach sehr vielen Jahren sein angewiesenes Geschäft getreu und zum Nutzen für die Erlösung in der Materie gefangener Seelen vollführt hat. - Das ist also wieder ein Grund, aus welchem die besseren Geister in das Innere der Erde sich hinabbegeben.


04] Ein weiterer Grund ist der, daß die gefangenen Urseelen befreit und als freilich noch sehr stark geteilte Spezifika in der Erscheinlichkeit von allerlei Flüssigkeiten auf die Erdoberfläche heraufgeleitet werden und da ihren Erlösungsweg durch die euch bekannten Stufen des Pflanzen- und Tierreiches nach der Leitung der dieses Geschäft überwachenden und leitenden Geister geführt werden; denn in der Erde gibt es allenthalben gefangene Geister, die entweder schon den Weg des Fleisches durchgemacht oder die sich ohne diesen Weg als komplette Geister manifestiert haben, welche Geister euch schon näher bekanntgegeben worden sind. Es sind nämlich Erd-, Berg-, Wasser-, Feuer- und Luftgeister. - Neben diesen zwei Arten von Geistern aber gibt es noch eine zahllose Menge von Seelenspezifika, die erst flottgemacht und dann gesammelt und geordnet werden müssen in ein Wesen, das ihnen auf jeder Stufe ihres Emporsteigens ordnungsmäßig entspricht.

05] Da dergleichen Geister und Seelenatome, je tiefer in die Erde hinein, auch desto ärger sind, so muß da eine übergroße Aufsicht geführt werden, daß besonders bei den Seelenpartikeln, die von aller Erde auf der Oberfläche derselben zusammenkommen, ja nur die reinsten zu der Komplettierung (Vervollständigung) der eigentlichen Seele verwendet, die gröberen und böseren aber zur Gestaltung der materiellen Körper beschieden werden.

06] Also besteht auch der menschliche Leib aus puren Seelenpartikeln; aber jene, die den Leib machen, sind noch grob, arg und unlauter, daher sie auch noch zuvor wieder in die Erde kommen, dort verwesen müssen und dann erst von da auf die euch schon bekanntgegebene Weise aus der Verwesung aufsteigen, um sich zur Komplettierung desjenigen Wesens, dem sie einst leiblich angehörten, anzuschicken. Dies ergibt sich gewöhnlich, - wie euch schon bekanntgegeben - in der dritten oder obersten Erdgeistersphäre, wodurch dann natürlich erst ein jeder reine Geist vollkommen wird, wenn er nämlich all das Seinige wieder in sich aufgenommen hat, - welches Aufnehmen die sogenannte Auferstehung des Fleisches ist und den Spruch Pauli rechtfertigt, der da spricht: »Ich werde in meinem Fleische Gott schauen.«

07] Daß dabei die in dieser ersten Region angestellten Geister über Hals und Kopf zu tun haben, versteht sich von selbst; es sind auch aus diesem Grunde auf der Erde Ruhezeiten anberaumt, in denen solche geschäftige Geister Ruhe und Erholung haben, d.h. sie haben da eben nicht so viel zu tun als wie in einer Geschäftszeit.

08] Eine solche Ruhezeit ist der Winter, der aber freilich unter dem Äquator viel kürzer dauert, als gegen die Pole hin. Darum aber werden auch, je mehr gegen die Pole, sowie auch auf den höheren Gegenden der Erde, schwächere Geister angestellt; und je tiefer herab, desto kräftiger müssen die Arbeiter sein, - was auch die Produkte gar anschaulich zeigen.


09] Nun wisset ihr schon etwas, wie Engel, Geister und auch Naturgeister bei der Gestaltung der Wesen tätig sind. Weil aber dieses Geschäft mit überaus großen Schwierigkeiten und Kombinationen (Zusammenstellungen) verbunden ist, so werden wir eben über diesen Punkt noch so manches sprechen müssen, bis die Sache euch vollends klar wird; daher nächstens in dieser Sphäre weiter!

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