Wann ist die kath. Beichte trotz aller Irrtümer nützlich?

Jesu Christi Mitteilungen durch Prophet Jakob Lorber (1800-64)


Kurzfassung der Aussagen in Lorbers Werken

Auch wenn die kath. Beichtpraxis keinesfalls Sünden tilgt und Schuld aufhebt, kann sie dennoch indirekt auch positive Folgen nach sich ziehen:

1) Die an sich falsche kath. Beichtpraxis kann trotz falscher Praktiken mitunter positiv wirken, wenn Beichtende ihre Besserungsvorsätze ernst nehmen; dann leitet Jesus selbst sie aus Erbarmung auf den besten Weg; dennoch ist das keine Rechtfertigung für die heidengleiche Beichtinstitution! (jl.gso1.087,19 f.)

2) Trotz Mißständen der Beichtinstitution kann aus der damit verbundenen Schulung zur Demut den Menschen Nutzen erwachsen. Dennoch wird die kath. Beichte von Jesus Christus nicht vorbehaltslos gebilligt. (jl.gso1.087,21)

3) Ein Priester kann bei korrektem Verhalten ein rechter Beichtvater sein, wenn er darauf hinweist, daß nicht er, sondern nur Jesus die Sünden vergeben kann; der Priester sollte sich selbst nur als Werkzeug zum Aufzeigen des rechten Wegs zu Jesus ansehen. (jl.gso1.087,22a)


Originaltexte: Wann die kath. Beichte trotz aller Irrtümer positiv wirkt

zu 1) Die an sich falsche kath. Beichtpraxis kann trotz falscher Praktiken durch Gottes Erbarmung positiv wirken: a »Es ist allerdings nicht in Abrede zu stellen, daß diese Funktion nicht selten für manche Menschen ein kürzester Weg (zur seelisch-geistigen Höherentwicklung) war; wie aber? Weil der Herr solch einem Menschen, der es mit der Besserung seines Lebens ernst nahm, entgegenkam und ihn dann Selbst auf den geraden und kürzesten Weg leitete. Das ist aber noch kein Grund, um dieser Funktion ein billigendes Wort zu reden. Es gibt auch Tausende und Tausende aus den Heiden, denen der Herr ebenfalls entgegenkommt und sie nach Seiner Art auf den geraden Weg führt. Solches ist eine bloße Erbarmung des Herrn. Weil Sich aber der Herr solcher Heiden erbarmt, sollte man darum dem Heidentume das Wort reden? (a jl.gso1.087,19)
Ich aber habe ja ohnehin im Verlaufe meiner Belehrung gezeigt, wie eine Beichte beschaffen sein soll, wenn sie vom Herrn aus als billig und sogar anempfohlen betrachtet werden kann. Ich habe den ungerechten Haushalter gezeigt, in welchem Gleichnis der Herr einzig und allein vorgesehen die bestehende katholische Beichte billigt. Ist demnach der Beichtiger gleich dem ungerechten Haushalter (d.h. ein demütiger Stellvertreter, d. Hrsg.) und tut seine Funktion in diesem allein wahren und zu billigenden Sinne, so ist die Beichte auch evangelisch (evangeliumsentsprechend, d. Hrsg.), also ein Zweig an dem wahren Baume des Lebens. Ist sie aber nur ein eigenmächtiges priesterliches Gericht, so ist sie ein getrennter Zweig vom Baume des Lebens, der keine Früchte tragen kann.« (jl.gso1.087,20)

zu 2) Als Demutsschulung kann die kath. Beichte nützlich sein, auch wenn dies die Mißstände nicht entschuldigt: a »Daß von seiten der katholischen Gemeinde unter der Leitung des römischen Bischofs schon gar viele dem Herrn wohlgefällige Früchte getragen worden sind, und daß diese Funktion nicht selten eine gute Demütigung für die Menschen ist, das wissen wir viel besser als du. Wäre solches nicht der Fall, da kannst du versichert sein, daß der Herr einem reinen Unfuge allezeit gar wohl zu steuern versteht, wie Er es auch zu Zeiten der verschiedenartigen kirchlichen Reformationen getan hat, indem in dieser Zeit eben diese Funktion auf den Grad der unsinnigsten Ausartung gediehen ist. Aber aus alldem geht für dieses Reich der reinen Wahrheit noch keine vollkommene Billigung hervor«. (a jl.gso1.087,21)

zu 3) Ein Priester kann bei korrektem Verhalten ein rechter Beichtvater sein: a »Wenn der Beichtiger sagt, daß nicht er, sondern allein der Herr die Sünden vergeben kann, und betrachtet sich dabei nur als ein liebtätiges Werkzeug, das dem geistig Bedrängten eben in der Beichte und auf der Kanzel die reinen Wege zum Herrn zeigt, so ist er ein rechter Beichtiger, das heißt, er ist als solcher ein liebeerfüllter, wahrhaftiger Menschenfreund, dem das geistige Wohl seiner Brüder über alles am Herzen liegt.« (a jl.gso1.087,22)


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