voriges Kapitel Gottfried Mayerhofer: Zurück zur Themaübersicht 'Schöpfungsgeheimnisse' nächstes Kapitel

Kapitelinhaltgm.sgeh.025. Kapitel: Das Licht von Welten, Sonnen und Sternen (04.05.1873)


   01] Schon früher habe Ich euch öfter über das Wort "Licht", was Licht ist und wie es entsteht, wie es Leben verbreitet, Leben erregt und selbst Leben ist, so manches gesagt (Siehe in "Die Fliege", Kap. 9 und 10), und doch wisset ihr vom Licht weniges zu sagen, begreifet noch gar nicht, was Licht ist, und eben deswegen soll ein neues Wort an euch erklären, was oft dämmernd aus den früheren nur durchgeschimmert hat und nur einzelne ahnen ließ, daß Licht eine Emanation (Ausfluß) Meines eigenen Ichs oder Ich Selbst bin!
   02] Wenige von euch geben sich damit ab oder haben die Lust, sich mit den physikalischen Gesetzen, insoweit es (das Licht) auf eurer Erde auftritt, zu befassen. Wenige fühlen in sich den Drang, je nachzuspüren, was denn eigentlich der Lichtstrahl ist, welcher doch in jeder Sekunde, wo er euer Auge trifft und in dieses eindringt, euch Wunder über Wunder erzählen könnte, wie Meine Schöpfung verstanden sein sollte und wieviel schon nur ein einziger Lichtstrahl des Wonne und Liebevollen enthält, welches euch euren Schöpfer in Seiner schönsten Glorie - als liebenden Vater zeigen müßte!
   03] Blind seid ihr alle, blind gegen das kleinste, blind und gefühllos gegen das größte Liebeswerk, welches stets von Mir, von Meiner Größe und von Meiner Allmacht zeugt!
   04] Und eben daher, weil gerade in den alltäglichen Begegnissen des menschlichen und materiellen Lebens aus Gewohnheit Meine Wunderwerke nicht bemerkt, nicht beurteilt werden, so sollet ihr heute durch dieses Wort wieder angeregt werden, aus eurem lethargischen Schlaf zu erwachen, um das Geistige der Schöpfung in eurer nächsten Umgebung wahrzunehmen, wie der liebeschmeichelnde Lichtstrahl aus eurer Sonne und der nämliche aus Millionen Meilen weit entfernten Gestirnen euch, eben durch ihn, mit Meiner ganzen materiellen und geistigen Welt verbindet!
   05] Ihr sollt verstehen und begreifen lernen, wie das geistige Reich, Mein eigener Wohnort, einst auch euch aufnehmen, euch näher ziehen soll; damit ihr erkennen möget, was ein einziger Lichtstrahl euch zu sagen vermag, geschweige, was erst eine Lichtwelt euch sagen wird!
   06] Sehet, Meine Kinder, Ich will euch nur einmal eine Frage stellen, um euch zu beweisen, wie wenig ihr wisset! Die Frage heißt: "Was ist Licht?"
   07] Nun, die Antwort gemäß euren menschlichwissenschaftlichen Entdeckungen, gemäß Meiner euch gegebenen Worte wird sich auf Folgendes beschränken lassen: Licht ist eine "Emanation" (Emanation = Ausstrahlung: von lat. emanation - Ausströhmen), hervorgebracht durch schnelles, ja billionenmaliges Vibrieren der kleinsten Atome in einem Augenblick, welche sodann, vorerst durch Wärme, dann im Licht, als Resultat sichtbar dem Menschen sich offenbart!
   08] Wissenschaftlich wird es heißen: Licht durch ein Prisma geleitet, läßt sich in Farbenstrahlen brechen oder zerteilen; jeder dieser Farbenstrahlen ist wie ein drei oder vierschneidiger Stockdegen geformt, wo stets die eine Kante mit der entgegengesetzten elektrischpositiv oder elektrischnegativ sich verhält; im Lichtstrahl sind auch noch dunkle Strahlen, die eure Forscher als "Wärmestrahlen" qualifiziert haben.
   09] Das alles ist gut und schön, nur muß Ich aber noch eine andere Frage aufwerfen, denn diese Antwort genügt Mir nicht; Ich frage nämlich eure Naturforscher und Astronomen: "Wo kommt denn das Licbt her?"
   10] Auf dieses antworten sie Mir: "Von der Sonne, welche eine feurige Kugel ist (?) und die im Verbrennungsprozeß ihrer Außenatmosphäre den Glanz, nämlich Licht und Wärme entwickelt und dasselbe zu uns auf Erden und zu den sie umgebenden Planeten und Kometen sendet und so Leben, Tätigkeit, Entwicklung, Bestehen und Vergehen aller in allem veranlaßt."
   11] Gut, auch diese Antwort hat ihr Wahres, aber sie genügt Mir noch nicht, Ich frage weiter: "Von wo hat denn die Sonne dieses Licht hergenommen?" Ist es erborgtes oder eigenes Licht?
   12] Sehet, hier fängt es schon an, Meinungen verschiedener Art zu geben, und hier läßt schon der menschliche Verstand seine Schwächen sehen; denn es sind bloß Hypothesen, welche da aufgestellt werden können, aber Gewißheit fehlt, weil die nähere Untersuchung des Sonnenlichtes außer eurem Bereich liegt und um so mehr noch das Licht einer anderen Sonne, die vielleicht nicht Millionen, sondern Billionen Meilen entfernt ihr Licht darleiht, um eure Sonne zu erleuchten und so seinen Glanz auf Tausenden von andern ihr unterstellten Welten zu verbreiten.
   13] Und wenn ihr auch faktisch beweisen könntet, daß von dem oder jenem Sterne eure Sonne ihr Licht erhält, so bleibt doch noch immer die Frage: und von welch einer anderen entfernteren Sonne erhielt diese wieder ihr Licht? und so ins Unendliche hinaus.
   14] Nachdem also ihr Menschen aus diesem Wust von Fragen nicht mehr herauskommen würdet, so muß Ich Mich ins Mittel legen und, statt daß ihr in Billionen Meilen entfernten Räumen den Grund und die Lösung eurer Frage suchet, vorerst mit euch vom Nahen anfangend, das Ferne erklären.
   15] Nun sehet, fangen wir wieder von vorne an, und zwar mit der Frage: "Was ist Licht?" und "wie gibt es sich kund? und warum muß es da sein?
   16] Ihr wißt - Licht entsteht durch Vibration der Atome, die Farben entstehen ebenfalls durch billionenmaliges Vibrieren der Materie, und je nach der Anzahl dieser Vibrationen werden eurem Auge die Farben sichtbar - gut, was regt aber die Materie an zu vibrieren? was gibt ihr Leben? daß sie durch solch heftiges Schwingen und Erzittern sich als Leben manifestiert?
   17] Sehet, hier tritt nun das Grundprinzip der ganzen Schöpfung auf und sagt euch: Das bewegende Element, welches alles durchdringt, in so ungeheuren Schwingungen den ganzen Ätherraum beben macht, ist:
   18] Mein Wille (Siehe "Erde und Mond", 2. Teil "Der Mond", Kap. 6 sowie in diesem Band die beiden Kapitel "Der Magnetismus" und "Die Elektrizität". "Naturkundliches Lorber-Lexikon", S. 29 und 90), ist Mein Ich Selbst, ist nicht materiell Bedingtes, sondern Geistiges, Unbedingtes, ist nicht Vergängliches - ist unendliches Leben!
   19] Dieses große Geistesleben Meines eigenen Ichs ist es, welche: entsprechend der Liebe, entsprechend der Weisheit sich als Farbe sich als Wärme kundgibt.
   20] Ohne diesen Meinen allmächtigen Willen würde kein Atom im großen Ätherraum erzittern, kein Wärmestoff entwickelt, kein Licht ausgestrahlt werden!
   21] Und warum geschieht dieses? so fragt vielleicht mancher. Auch auf diese Frage soll Antwort werden: weil Licht - Leben, und Finsternis - Tod bedingt.
   22] Was ist Finsternis? oder gibt es eine Welt, wo Finsternis waltet: gibt es Leben, ist es denkbar da, wo Finsternis, gleichbedeutend mit "Ruhe", alles in einem Zustande verharren müßte, der ewig der gleiche wäre! -? ---
   23] Ihr habt noch nie begriffen, was eigentlich "Finsternis" ist; denn wenn ihr nicht mehr sehet, das ist noch nicht Finsternis, sondern nur relative, für eure Sehorgane. Es gibt zum Beispiel viele Tiere, die noch ganz gut sehen, wo es für euch die tiefsteþ Nacht scheint; wo also diese Tiere sehen, da muß auch Licht sein, nur nicht in dem Maße, wie ihr gewohnt seid, Licht und Finsternis zu qualifizieren (zu bezeichnen).
   24] Ebenso ist es auch mit der Wärme. Wer von euch hat denn schon bestimmt oder bemessen, wo Wärme aufhört, wo also das Wärme bewirkende Vibrieren der einzelnen Atome aufgehört hat.
   25] In euren kältesten Regionen ist noch Wärme, wenngleich ihr es als "Kälte" mit so und soviel Graden benennt.
   26] Diese absolute Finsternis also existiert nirgends, kann nicht existieren in einer Schöpfung, in welcher Ich der Herr und Erschaffer davon bin.
   27] Licht ist gleichbedeutend mit "Erkenntnis"; denn wie nur in, Licht ein Erkennen der Gegenstände, ein Sehen möglich, so ist auch Erkenntnis dem Bewußtsein entsprechend: ich erkenne mich, und kann die mich umgebende Welt beurteilen.
   28] Dieses geistige Erkennen, welches den Geschöpfen, seien es Geister oder körperliche Wesen, ihren eigenen moralischen Wert gibt, sie antreibt zur Vervollkommnung ihres eigenen Ichs - dieses Erkennen kann nur im Lichte, im geistigen Licht Meines eigenen Ichs möglich sein, da im Finstern weder geistiges Erkennen gefördert noch weltliches möglich wäre!.
   29] Wie aus der Mosaischen Schöpfungsgeschichte das Wort bis auf euch gekommen ist wo Ich aussprach: "Es werde Licht", so möget ihr in diesem Ausspruch die ganze große Bedeutung erkennen, welche darin liegt - denn ohne Licht, ohne Tageshelle kein materielles, ohne Geisteshelle kein höheres Leben!
   30] Wenn ihr so Meine ganze Schöpfung betrachten könntet, so müßtet ihr daraus den notwendigen Schluß ziehen, daß nur wo Licht, wo wahrgenommen werden können die Millionen von Wundern, welche Meine Allmacht beurkunden - nur da, nur im Lichte ein Schöpfer, ein liebender Vater denkbar ist!
   31] So war das erste Wort "Es werde Licht" der erste Impuls alles Werdens, der erste Anfang einer materiellen Schöpfung und der erste Gedanke zu einem geistigen ewigen Lichtreiche!
   32] "Licht", als geistige Entsprechung Erkennung alles Wesenden, war notwendig, und eben dieses Wort, welches alle Atome des Äthers in Schwingungen versetzte, welches Leben und Wärme hervorrief - eben dieses Wort erzeugte auch in dem Geisterhimmel die Unzahl von Abkömmlingen von Mir, die licht (und liebe) fähig, das heißt sich selbst bewußt, Meine Welt und Meine Liebe erkennen sollten. -
   33] Dieses Licht, von Mir ausströmend, durch alle Räume dringend, alles belebend, schuf die materielle Welt, kleidete Geister in Materie, um aus letzterer wieder erstere, aber unter anderen Verhältnissen zu befreien!
   34] Licht, gleichbedeutend mit Meinem ewigen Leben, war in Mir und erfüllte Mich stets; nur als Ich das Wort aussprach: "Es werde Licht!", da begann es auszustrahlen durch alle unbegrenzten Ätherregionen und regte die Materie zum Leben, zum Anziehen, zum Abstoßen, zur Vereinigung, zur Trennung, zum Entstehen, zum Vergehen an. Ohne Mein Wort",Es werde!" und "Es werde Licht!" hätte nie am Firmament eine Sonne geleuchtet, hätte nie ein Weltkoloß um einen noch größeren sich geschwungen.
   35] Allein Mein Machtspruch "Es werde!" und Mein Liebewort "Es werde Licht." war es, welches den unendlichen Äther bevölkerte, welches die sichtbare Welt mit Wundern erfüllte und welches den Impuls gab, daß in Materie eingekleidete Wesen, sich ihres Ursprungs erinnernd, erst verstanden - warum sie eingekleidet wurden und warum sie wieder nach Befreiung der Einkleidung trachten müssen.
   36] So ist die Welt erst sichtbar geworden und dem mit geistigem Auge Begabten kein materielles Konglomerat von Stoffen, sondern eine große Prüfungsschule geworden, wo Geister, ewige Lichtgeister sich bestreben müssen, durch verschiedene Stufen gehend dahin zu gelangen, von wo sie ausgegangen sind, das heißt zu Mir, dem Schöpfer, der alles mit gleicher Liebe erschuf, es erhalten und auch zur geistigen Vollkommenheit führen will!
   37] So ist das Weltenlicht gleichbedeutend mit Weltenleben; denn die Welten, im Lichte lebend, verbreiten Licht und Leben in ihrer Umgebung, beleben die Materie und die darin schlummernden Geister wecken sie auf, nach Höherem sie ziehend - und so ist das Licht, welches eine Welt der andern zusendet, nichts anderes als das freudige Erzittern der Materie, welche, erregt durch die Wärme, den eingeschlossenen Geistern Kunde gibt von der liebenden Hand, die sie zwar in erstere eingeschlossen hat, aber sie auch aus ihr befreien will! -
   38] Dieses Vibrieren, dieses Lichtverbreiten ist es, welches von der Geisterrwelt ausgehend in die materielle herüberstrahlt, in ihr an den entferntesten Sonnen sich kundgibt - und als Farbenbündel alle göttlichen Eigenschaften entsprechend in Vibrationen ausdrückt.
   39] Nicht umsonst geht bei euch die Sage, daß gewisse Farben gewissen geistigen Eigenschaften entsprechen. Es ist eine Ahnung, die durch die Seele zieht, wenn sie im rosenfarbigen Licht den Strahl der Liebe, im grünen den der Hoffnung, im blauen den des Glaubens wähnt.
   40] Alle prismatischen Farben haben geistigen Sinn und entsprechen - gemäß den Vibrationen, welche sie hervorbringen - den eigentlichen Wirkungen Meiner göttlichen Eigenschaften!
   41] Es ist ja wie in allem Sichtbaren - ebenso in den Farben, und zwar mehr als in andern Dingen, Meine Liebe, Meine Gnade, Meine Weisbeit, Meine Demut ausgedrückt - und wenn "Weiß" die Farbe der Unschuld ist, so will das nichts anderes sagen, als daß in dem ungebrochenen Lichtstrahl als weißer Strahl alle göttlichen Eigenschaften vereint liegen, welche so wie sie von Meiner Geisterwelt ausgehen bis zu euch als Sternen oder Sonnenlicht, euch dann mahnen sollen, daß auch ihr in Unschuld gekleidet alle andern göttlichen Eigenschaften an euch traget, die aber erst mit anderen Wesen in Berührung kommend teilweise in Anwendung gebracht werden, so wie der weiße Lichtstrahl von Millionen Sonnenfernen erst beim Auffallen auf Materielles sich in seine Farbenstrahlen bricht und durch solches Anmut, Glanz und Schimmer den Gegenständen verleiht!
   42] Dieses ist die geistige Kette, welche das kleinste Würmchen mit dem letzten Weltall verbindet, welches an den Grenzen Meiner Geisterwelt kreiset.
   43] Und wenn ein Lichtstrahl aus fernen Sternen auf euer Auge fällt, so bedenket, daß, wäre nicht euer Auge von Sonnennatur, ihr die Sonne nicht bemerken würdet!
   44] In eurem Auge ruht schon in seinen verschiedenen Feuchtigkeiten eine Lichtwelt, die dem vom ganzen Universum euch zugesandten Lichte homogen (verwandt) ebenfalls in euch das Leben oder den nämlichen Prozeß hervorruft, welchen das Licht in der ganzen Schöpfung bewirkt.
   45] Euer Seh-Organ ist einer von jenen Vermittlern, welche die Seele mit und durch das Sichtbare zum Geistigen und Unsichtbaren erheben.
   46] Daher das Sprichwort bei euch: "Das Auge ist der Spiegel der Seele". Ja, in eben dem Grade, wie auf eurem Auge von außen sich die unendliche materielle Welt abspiegelt, in demselben Maße leuchtet eure geistige Welt durch dieses hindurch hervor.
   47] Was ihr unbewußt aus weiter Ferne durch Sternen und Sonnenlicht empfanget, das strahlt wieder vergeistigt aus dem kleinen Sehapparate heraus und verbindet so unendliche Welten als Materie mit unendlichen Geistern in Materie gekleidet.
   48] Licht, materielles, eweckt Licht, geistiges. Das Licht zeigt euch Meine Schöpfung in ihren wunderbaren Reizen, um geistiges Licht in euch zu wecken. -
   49] "Es werde Licht!" so scholl es einst in alle weiten Räume und "es werde Licht!" so will Ich auch in eure Herzen rufen.
   50] Ja, es werde Licht - in eurem Ich! damit ihr Mich, Meine Schöpfung und Meine Liebe erkennen möget, damit ihr begreifen und verstehen möget, daß Licht, gleichbedeutend mit Liebe und Weisheit vereint, das ganze Weltall belebt, in ungeheuren Schwingungen alle Atome erhält, und dieses Erzittern nicht ein schmerzliches, sondern ein wonnevolles ist.
   51] Licht werde es in eurem Gemüt! Wärme entwickle sich in euren Herzen! und so werden auch - wie in Meiner Schöpfung durch Licht Meine Gedanken, so in eurem Schalten und Walten eure Handlungen sichtbar werden, welche ebenso wie Meine Schöpfungen den Stempel der Liebe, den Stempel der Weisheit tragen sollten!
   52] Fühlet euch erhoben, Meine Kinder, wenn ihr die Welt um euch erblickt in rosigem Morgenschimmer oder wenn am nächtlichen Himmel euch Millionen Sterne und ferne Welten den "Gruß der Weihe" senden!
   53] Trachtet euch einzuweihen in Meine Schöpfungsgeheimnisse! Lernet das große Buch Meines Universums, Meiner Lichtwelt verstehen, damit es auch in euch Licht werde und ihr sowohl im Lichtstrahl einer entfernten Welt, wie im Lichtstrahl, der an einem Tautropfen glänzt, die nämliche Liebe und die nämliche Weisheit erkennen möget, welche einst den schlummernden Elementen zurief: "Es werde!" und um den geschaffenen Wesen den Genuß des Bewußtseins zu verstärken, das "Licht" dazu setzte. Licht,ja Licht! unendliches großes, geistiges, leuchtet euch aus allem entgegen. Licht ist's, wonach der kaum geborene Säugling strebt, und Licht, geistiges, ewiges ist es, welches trotz aller Schranken des Todes noch durch Sargdeckel schimmert, wo es klar bewiesen sein wird, daß ein Gott, ein Vater, der die Welt, das ganze Universum so mit Wundern ausstattete, der so alles in Lichtformen und Lichtkleider webte, auch noch am Ende der materiellen Zersetzung eines Geistergewandes stets wieder Licht verbreiten wird - nur insofern verschieden, daß während des Lebens viel materielles, geringes geistiges, dann nach Abfall der materiellen Hülle kein materielles, aber desto mehr geistiges Licht euch leuchten, euch führen soll zu dem Urquell, aus welchem alle Lichtbündel vor Äonen von Zeiträumen ausströmten und zu welchem alle Lichtstrahlen, sowohl die geistigen als materiellen, wieder zurückkehren müssen.
   54] "Licht!" Meine Kinder, "Licht!" so wird euer Rufeinst ertönen, wie bei verirrten Schiffern auf hoher See nach langem Sehnen der Ruf: "Land! Land!" ertönt. Wie dort dann alles freudig sich umarmt, da man des Reisens Ziel entdeckt, so wird einst nach Abschluß dieses Lebens in euch der Ruf ertönen nach Licht, wenn ihr in andere Verhältnisse, andere Räume gelangen verdet, wo euer materielles Sonnenlicht hier auf Erden nur wie finstere Straßenlaternen leuchten wird im Vergleich des Liebelichts, das in jenen Räumen strahlt, wo vergeistigte Geschöpfe sich ihres Sieges über die Materie erfreuen!
   55] Um euch an dieses Licht zu gewöhnen, das jetzt schon, wenngleich spärlich, aber bei manchen schon im irdischen Leben leuchtet, um euch den Weg dazu zu erleuchten, um euch das geistige Licht, den großen Faktor Meiner Schöpfung kennenzulehren, scheue Ich keine Mühe, auch in eure Seelen hineinzurufen: "Es werde Licht!"
   56] Schauet die Natur, schauet die Welten, die Gestirne, selbst eure Sonne an - alle zeugen vom geistigen, ewigen Licht, vom Licht, das aus Mir ausgehend Wärme und Liebe verbreitet, wo es auftritt.
   57] Lasset es ein in euer Herz! Erkennet aus den Gegenständen, welche mit materiellem Licht erleuchtet sind, das Geistige, was aus diesen sichtbaren Zeugen Meiner Macht und Meiner Liebe euch zuruft:
   58] "Vom Lichte der Sonne beleuchtet erfreuen wir uns unserer Existenz, alles jubelt, zittert, vibriert, sei es in stummer Farbenpracht, sei es in hellem Lobgesange. Lasset auch ihr euch erwecken, o ihr Lieblinge eines Gottes und eines liebenden Vaters! Erkennet aus uns nur durch sichtbares Licht Lebenden das geistige, in euch selbst liegende Gotteslicht, erkennet die Kette oder das sanfte Band, welche alles verbindet und von der weit entfernten Geisterwelt herabeilend in Form des Gedankens, dann von den letzten Weltallen als materielles Licht euch den Geistergruß vermaterialisiert als Lichtstrahl bis zu eurem Auge bringt, der euch kundgeben soll, daß es nur einen Gott, einen Schöpfer - aber auch nur einen liebenden Vater gibt, der Geistiges durch Materielles verwirklichend auch dem letzten Tierchen nicht versagt, welches im Staube seine Wege fortkriecht, und auch euch, ihr Ebenbilder Seiner eigenen Macht, zu Lichtträgern, zu Verbreitern geistigen Lichtes machen will! Um aber dieses zu werden, müsset ihr selbst vorerst recht verstehen, was Licht, was materielles, was geistiges Licht ist; nur dann könnet ihr auch andern mitteilen, was in euch lebt!"
   59] So redet die ganze Natur, so rede Ich zu euch, damit ihr begreift, daß "Licht" gleichbedeutend mit "Erkennen" ist, entsprechend dem Bewußtsein: Ich bin nicht von dieser, bin von einer andern Welt, bin kein Erden, sondern ein Himmelsbürger, nur hierhergestellt, um Meine Fakultäten (Fähigkeiten) zu üben, die da oben im ewigen Licht allein nur "gang und gäbe" sind!
   60] Daher lasset das Licht durch euer körperliches Auge eindringen, euch das geistige innere erwecken, damit ihr begreifet Meine Liebe, welche so viele Worte verschwendet, um ein kleines geistiges Flämmchen in euren Herzen anzuzünden - während sie mit einem Machtwort Sonnen von ungeheuren Größen angezündet hat, die zwar materiell des Wunderbaren in Unmasse haben, aber doch nicht mit dem einzigen sich selbstbewußten Gottesfunken verglichen werden können, welcher mitten in der Schöpfung stehend ausrufen kann, während aus Myriaden Welten die Lichtstrahlen auf sein Auge fallen:
   61] "Ich bin erkoren, ein Kind eures Schöpfers zu werden, für mich geschah es, daß Er Sein Leben einst hingab, dort verleugnete Er Sein geistiges Licht, um in meinem Herzen das Fünkchen anzuzünden, das, ein Ableger von Ihm, geläutert und verklärt einst Ihm wieder zurückgegeben werden soll!"
   62] So werde es Licht in euren Herzen! Jede dunkle Stelle, jeder Zweifel, jede Schattenseite soll verschwinden; denn wo Ich einst wohnen soll, da muß es licht werden - Licht ist Wahrheit, Licht ist Liebe! Licht ist Wärme oder Begeisterung fürs Göttliche! Diese Eigenschaften sollet ihr euch aneignen, Licht muß es werden in euch! Und dazu soll auch dieses Wort wieder beitragen, euch zu zeigen, wie selbst in wissenschaftlichen Entdeckungen und Forschungen nur geistiges Licht verborgen ist, welches aber nur dem zuteil wird, der inmitten materieller oder chemischer Prozesse doch nur ersteres als notwendig erkennt, um Geistiges zu erfassen!
   63] Wenn der Sterbende auf dem Totenbett liegt und öfter ausruft: "Licht. Licht ", weil seine Sinne nach und nach sich verdunkeln und schwächer werden, so ist es veranlaßt in dem Drange, weil "Licht" auch "Leben" bedeutet.
   64] Jetzt, wo ihr ebenfalls auch im Scheidungsprozeß vom Materiellen zum Geistigen begriffen seid; jetzt entsteht auch in euch oft der Ruf: "Licht! Licht! geistiges Licht!" Hier gebe ich es euch, nehmet es auf in eure Herzen!
   65] Lasset dort die Sonne der geistigen Wahrheit scheinen, damit auch sie dort verkehre was finster in Lichtes, damit das Liebe, das Gnadenlicht Meiner Worte euch erwärme und belebe und ihr in jedem Wort von Mir nur Zeichen erkennen möget, wie sehr es Mir daran gelegen ist, euch zu Lichtträgern, zu Kindern des Lichtes zu erziehen, nachdem leider eben jetzt so viele Kinder der Finsternis ihr Wesen auf dieser Erde treiben.
   66] Licht, Welten, Sonnen und Sternen-Licht, es ist alles nur immer das nämliche - es ist der große Strom des geistigen Liebe-Lichtes, das in großen Massen große Welten dort belebt und kleine Geister zur Vervollkommnung treibt.
   67] Es ist dasselbe Licht, welches aus weiter Ferne herstrahlend Ähnliches im Sehorgan des lebenden Wesens erweckt und durch Materielles Geistiges hervorruft! So wird die Materie vergeistigt, und so kehrt die Materie zu Mir einst zurück, von Dem sie ausgegangen ist.
   68] Licht in den unermeßlichen Räumen verbreitend, erfüllt dieser materielle Glanz durch die Strahlenbrechung in Farben, was das geistige Licht im Worte bewirkt.
   69] Mein Licht macht Stoffe vibrieren und Mein Wort Geister erzittern!
   70] So ist die Vibration der Licht und Wärme-Erzeuger, Verbreiter und Vervollkommner, und Mein Wort der Anreger zu guten Gedanken, Entschlüssen und gesegneten Handlungen.
   71] Daher befleißiget euch in eurem Pilgerleben, soviel geistiges Licht ausstrahlen zu lassen, als die Umstände es erlauben, damit ihr als kleine Menschen auf eurem kleinen Erdball das nämliche vollführet, was Ich im großen Universum tue!
   72] Dort bin Ich der große Lichtverbreiter, und das sollet ihr hier im Kleinen werden! Aber um zu schimmern und Licht zu verbreiten, muß man desselben mehr, als sein eigener Bedarf erheischt, besitzen!
   73] Daher trachtet das Geisteslicht in Fülle aus Meinen Worten zu ziehen und daß, wenngleich ihr anderen davon mitteilet, euch doch noch zum Selbst-Fortschritt genug übrigbleibt!
   74] Dieses ist der Zweck Meiner Worte, der Zweck Meiner direkten Eingabe an einzelne, um wo möglich noch Licht zu verbreiten, ehe die ganze moralische Finsternis eintritt, welche leider schon mehr als Dreivierteile (dreiviertel) der lebenden Menschheit in ihren Armen verschlungen hält und sie dem ewigen geistigen Tode zuführen will!
   75] Noch fließt euch die Quelle Meiner direkten Mitteilung, noch habt ihr Worte über Worte des Trostes, der Liebe, der Aufklärung und des Gnadenlichtes, allein, es könnte sich auch ereignen, daß euch diese Quelle ihren Dienst versagt, und dann wird es bei weitem schwerer sein, sich Licht zu verschaffen, da ihr bei einer solchen Masse von Licht nicht sehen wolltet.
   76] Nicht Neugierde, sondern Wißbegierde nach göttlichen Dingen soll euch beseelen ; denn je mehr ihr wisset, desto mehr Licht ist in eurem Innern; und je finsterer es von außen wird, desto mehr bedarf ein jeder seine eigene geistige Leuchte!
   77] Also - wachet und betet! auf daß ihr nicht - dem Schlafe der Finsternis anheimfallet! Das Tageslicht macht euch so manches weniger schrecklich, was bei Nacht in eurer Phantasie zu riesengroßen Formen anwächst; und geistiges Licht läßt euch auch die kommenden Ereignisse weniger schrecklich fühlen: denn das Licht in euch ist das Gnadenlicht von Mir, das - je mehr das Welt-Licht sich verdunkelt, desto schöner leuchtet!
   78] Ich müßte nicht ein allmächtiger Gott sein, wenn nicht Mein Licht über alle Finsternis herrschen könnte!
   79] Vertrauet euch nur Meiner Führung, Meinem geistigen Lichte an, und ihr werdet in Bälde ersehen, daß Mein geistiges Licht der Liebe und der Gnade euch führen, euch leiten wird, das zu werden, zu was Ich euch alle erschaffen habe und jetzt erziehen will, das heißt: zu reifen Bewohnern einer Geisterwelt, wo Schatten und Finsternis fehlen und nur das ewige Licht der Liebe euch leuchten und euch zu eurem liebenden Vater führen soll! Amen.

nach oben


voriges Kapitel Home  Zurück zur Themaübersicht G. Mayerhofer:  Predigten des Herrn  Lebensgeheimnisse  Schöpfungsgeheimnisse  Gesundheitshinweise nächstes Kapitel