G. Mayerhofer (08.02.1872)

Heilung durch Magnetismus

Wesen, Aufgaben, Arten, Nutzen, Voraussetzungen des Magnetismus als Universalheilmittel

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aus 'Heil-, Diät- und Lebenslehr-Winke', Sammlung neu-theosophischer Schriften, Nr. 48, S.031-036, 1895, Neu-Theosophischer Verlag (J. Busch Nachf.), Bietigheim


Inhaltsübersicht:


Einleitung


    GM.NT48.031,10] Schon früher gab Ich euch ein Wort über Magnetismus, was er ist und wie - will man heilend auf andere einwirken - derselbe benützt werden muß.

Magnetismus mit Jesu Segen als Universalheilmittel

    GM.NT48.031,11] Allein, da noch immer irrige Ideen unter euch herrschen und auch bei andern, die eben nicht diese Quelle Meiner direkten Mitteilung haben wie ihr, noch falschere Begriffe im Gange sind, so will Ich euch wieder ein neues erläuterndes Wort geben, damit doch endlich einmal Licht, ja ganz Licht in dieser Sache in euch werde, zudem Ich einigen aus euch sogar diese Gabe, d.h. Anwendung des Magnetismus mittels Meines Segens als Universalmittel verliehen habe, welche Gabe, wenn sie gleich von Meinen Magnetiseuren verstanden, doch von den Magnetisierten nicht ganz in ihrer Tragweite aufgefaßt wird, wo, wäre es der Fall, die Heilung geschwinder und leichter vor sich ginge.
    GM.NT48.032,01] Nun, um allen diesen Zweifeln über Wirkung und Ursache dabei ein Ende zu machen, und für euch und die zukünftigen Leser dieser Meiner Worte den fraglichen Gegenstand zu erschöpfen, so weit ihr Menschen denselben begreifen könnt, so soll auch dieses Wort ein bleibendes Denkmal Meiner Liebe und Gnade werden, ein Denkmal dieser beiden Eigenschaften Meines göttlichen Ichs, welche fortwährend auf euch herniederströmen, ob ihr darum fleht oder nicht. So hört also:
    GM.NT48.032,02] Wie Ich es bei allen Meinen Worten mache, so soll auch bei diesem verfahren werden; Ich beginne mit der Analysierung der Wurzel und fahre dann fort im Erklären bis zur praktischen Anwendung desselben. Ich will damit euch denken lernen, da ihr euch doch als denkende Wesen betitelt, so sollt ihr doch wenigstens diesen Namen nicht zum Scheine tragen, sondern ihn auch wirklich verdienen.
    GM.NT48.032,03] Nun seht, Magnetismus ist euch als eine Kraft bekannt, welche dem Auge zwar nicht sichtbar, doch dem Gefühle fühlbar sein kann; Magnetismus ist also etwas, was da ist; denn ihr seht seine Wirkung.
    GM.NT48.032,04] Nun, um dieser Kraft etwas näher auf die Spur zu kommen, so müssen wir dieses unsichtbare Etwas näher bezeichnen, und hierzu noch tiefer eindringen und bei dieser Forschung erst erfahren: was Magnetimus ist? wie er sich äußert? und zu was er zu gebrauchen ist?
    GM.NT48.032,05] In einem früheren Worte sagte Ich euch: 'Magnetismus ist mein Wille!' Nun, was will das heißen?
    GM.NT48.032,06] Das will heißen, daß, als Mein Wille die materielle Welt erschuf, so gab er jedem Dinge eine ihm angemessene Kraft, erstens zur Selbsterhaltung, und zweitens zum Widerstand gegen Einflüsse von anderen Elementen oder Stoffen, welche seine Zerstörung befördern können, wollen oder müssen.
    GM.NT48.032,07] Um nun dieser Zerstörung zu widerstehen, so lange ein geschaffenes Ding sich selbst erst ausbilden muß, um einer höheren Stufe würdig zu sein, ist diese Kraft die erhaltende, sie ist seine Lebenskraft.
    GM.NT48.032,08] Magnetismus ist also eigentlich im weiteren Sinne die Lebenskraft, welche alles im Ganzen und Einzelnen erhält.
    GM.NT48.032,09] Dieses Erhalten geht durch alle Räume der großen Schöpfung durch, ist das Band, welches alles aneinander bindet, ist der Faktor, welcher alles zur Entwicklung, zur Weiterbildung, zur Zerstörung treibt, um auf dem Zerstörten Neues zu bilden.
    GM.NT48.032,10] Den Magnetismus habt ihr in mineralischen, in animalischen und in animaischen abgeteilt.
    GM.NT48.033,01] Den mineralischen (Magnetismus) kennt ihr durch den Einfluß der magnetischen Strömungen, durch eure Magnetnadel, welche (wie der Magnetismus alles Geschaffene zu einer Familie bindet) auch durch deren Benützung bei der Schiffahrt die Völker näher aneinander geführt hat, so daß ihr Herren auch der unwirtlichen Fläche des großen Weltmeeres geworden seid.
    GM.NT48.033,02] Den animalischen Magnetismus bemerkt ihr durch Einfluß lebender Wesen auf andere, und durch die Einwirkung der menschlichen Willenskraft auf andere Menschen, wo dann schon der animalische mit dem animaischen Magnetismus seine Wirkung äußert.
    GM.NT48.033,03] Nun, über allen diesen Einwirkungen steht noch die Macht, mittels Gebet die vorher angeführten verschiedenen Arten von Magnetismus zu verstärken, zu benützen, und so der Menschheit dienlich zu sein.
    GM.NT48.033,04] Wie Ich euch oben gesagt habe, liegt in jedem Dinge eine gewisse Quantität von Lebenskraft, welche zur Erhaltung des geschaffenen Gegenstandes und zu seiner Ausbildung für eine höhere Stufe dient. Nun diese Lebenskraft steht in beständiger Wechselwirkung mit den Gegenständen, mit welchen ein geschaffenes Ding in Berührung kommt, sei es durch Kontakt, sei es nur durch Vermischung ihrer Atmosphären oder Dunstkreise, welche einem jeden Dinge seine letzte, aber geistige Umhüllung ist.
    GM.NT48.033,05] Sobald also ein Gegenstand mit einem andern zusammenkommt, so entsteht der Prozeß des Austausches wechselseitiger Lebenskräfte, jeder Gegenstand gibt dem andern von dem in sich habenden auch oft Überflüssigen ab, und empfängt von andern das, was er sich assimilieren oder aneignen kann.
    GM.NT48.033,06] Bei Krankheiten besonders ist diese Einwirkung am meisten fühlbar, denn - vorausgestellt - was ist Krankheit? so folgt die Antwort: Krankheit ist der Zustand, in welchem diese Lebenskraft in ihrem Entwicklungs-Prozesse gestört ist, wo selbe gleichsam auf einige Zeit aus dem harmonischen Verbande mit ihrer sie umgebenden Welt heraustritt und so dann das Unregelmäßige auch durch Symptome oder äußere Anzeichen sich kund gibt.
    GM.NT48.033,07] Was tut nun eine Arznei oder ein Heilmittel? Es gibt dem kranken Organismus von seiner Lebenskraft etwas ab, erregt entweder die nachgelassene Tätigkeit einzelner Organe, um ihnen das zu verschaffen, was ihnen mangelt, oder es führt direkt in den Körper die Elemente ein, welche dem kranken Körper abgehen und nun durch Wechseltausch die Gesundheit wiederherstellen.
    GM.NT48.033,08] Was nun bei der materiellen körperlichen Welt in jedem lebenden Organismus hervorgebracht wird, das geschieht auch auf einer höheren Stufe, auf der geistigen oder Seelen-Sphäre, wo lebende Körper wieder auf lebende einwirken.
    GM.NT48.033,09] Die lebenden Körper haben - wie auch die materiellen gröberen - eine Lebenskraft zu ihrem eigenen Bestande, zu ihrer eigenen Entwicklung, und indem diese geistige Entwicklung im verkehrten Verhältnisse mit der körperlichen steht, so ist die Zerstörung des Materiellen der Fortschritt des geistigen Lebens.
    GM.NT48.033,10] Bei Berührung von lebenden Wesen geschieht also - wie früher bei der anorganischen Natur gezeigt - der nämliche Prozeß des Austausches von Lebenspartikeln, den kein Wesen verhindern kann, und der deshalb ohne Wissen und Wollen unwillkürlich vor sich geht.
    GM.NT48.034,01] Will nun ein Mensch z.B. besonders auf einen andern einwirken, so besitzt er in seiner Seele, als Herrin des Körpers oder der sie umkleidenden Hülle, die Macht, diese Lebenskraft mehr oder weniger aus sich ausströmen zu lassen; der Mensch wirkt also dadurch, eben weil er will, mehr auf fremde Organismen ein, und kann durch diese Einwirkung Leidenden behilflich sein, indem er ihre gestörten Gesundheitsverhältnisse auf diese Art regeln, oder wenigstens den Impuls dazu geben will.
    GM.NT48.034,02] Nun, was aber die letzte Art des Magnetisierens betrifft, wenn Mein Segen als höchste Willens- oder Lebenskraft erfleht wird, so hat dieses wieder eine ganz andere Bewandtnis, und eben hier ist es, wo bei euch so irrige Ideen herrschen, wegen welcher Ich dieses alles voraus schicken mußte, damit ihr in dieser Schlußbetrachtung klar seht.
    GM.NT48.034,03] Ich habe euch gesagt, wie die individuelle Lebenskraft des Einzelnen auf andere einwirken kann; beim Anflehen Meines Segens wird aber eigentlich nicht Meine Macht mit dieser Willenskraft verbunden oder letztere dadurch verstärkt; denn Ich sende ja, ohne daß ihr es wollt, Ströme der Gnade bei jedem Atemzuge von Meinen Himmeln darnieder. Um euch also zu helfen, bräuchte Ich keinen Magnetiseur, noch seine Willenskraft; denn die Meine genügte für euch alle; allein es ist ein anderes geistiges Resultat, welches Ich bei dieser Art von Magnetismus erstreben will, entweder das Vertrauen Meines Magnetiseurs zu Mir zu verstärken, und dann eben wegen dem günstigen Resultat seines magnetischen Wirkens für sich und für andere zu Meinem Zwecke zu handeln, oder, wenn der Leidende von dem Akte dieser Magnetisierung unterrichtet ist, um eben durch solchen Gnadenakt auch seine Seele für Mich zu gewinnen; denn bei Auflegung einer Binde (oder eines Stückes von Leinwand oder Wolle oder dergl.), gesegnet durch Meine Macht, durchströmt den Leidenden immer ein höheres, geistigeres Vehikel, als das des gewöhnlichen animaischen Magnetismus, und mit je mehr Ergebung in Meinen Willen diese Handlung geschieht, mit je höherer Begeisterung diese Kraft gegeben und empfangen wird, desto größer und mächtiger ist die Wirkung davon; denn es befähigt die beiden Seelen, des Heilenden und geheilt-werden-Wollenden, zu intensiverer Aufnahme Meines Segens und Meiner Gnade, die ohne diese gehobene Stimmung wohl auch auf sie herabgeströmt, aber spurlos an ihnen abgeglitten wäre, und keinen wesentlichen Unterschied hervorgebracht hätte.
    GM.NT48.034,04] Wenn Ich aber jemandem eine solche Magnetisierung anrate, so muß der Kranke oder der Heilende nicht glauben, es sei bloß Mein Wort nötig, wie es einst beim Hauptmann von Kapernaum war, der sprach: 'Herr! sprich nur ein Wort und mein Knecht wird gesund!' Das waren dort andere Zeiten und andere Umstände, welche hier nicht in Anbetracht gezogen werden können. Dort, als Herr der Schöpfung, beschleunigte Ich oft bei Meiner Willenskraft die wechselseitige Wirkung der Lebenskräfte, aber jetzt will Ich es lieber auf andere Weise bewerkstelligt sehen, jetzt rufe Ich euch zu: 'Helft ihr euch selbst, und dann helfe Ich euch auch!'
    GM.NT48.034,05] Wenn ein Mensch einsieht und begreift, daß sein Krankheitszustand von der falschen Art und Weise zu leben abhängt, wo er gegen Meine Naturgesetze sündigt, so kann er nicht von Mir verlangen, daß Ich einmal festgestellte Gesetze wegen ihm abändere. Er muß von einem Gott eine andere Idee haben, als von einem Menschen; denn der Mensch kann fehlen, kann sich irren, und ebendeswegen von seinen den Anderen vorgeschriebenen Gesetzen abgehen, sie umgehen oder gar aufheben, das kann aber Ich als Gott, als höchstes Wesen nicht; bei Mir ist alles vollkommen, vom Beginn der Existenz der Dinge bis in Ewigkeit. Ich kann höchstens dahin wirken, daß vergrößerte Lebenstätigkeit zu schnelleren Resultaten führe, aber den von Mir festgestellten Grundprinzipien zuwiderhandeln kann Ich nicht.
    GM.NT48.035,01] Fehlt also der Mensch aus Schwachheit gegen seine körperlichen Gelüste, so muß er dort sich selbst zuerst bekämpfen, und dort sein Möglichstes tun; sehe Ich diesen Willen, dann beschleunige Ich durch Einfluß der Lebenskraft eines Andern mit Meinem Willen auf ein dazu bereitetes empfängliches Gemüt die Ausscheidung feindlicher Stoffe; aber fortleben wollen (nämlich in der alten Verkehrtheit), nichts sich versagen, nichts von der gewöhnlichen Lebensweise aufopfern wolle, und (nur) durch Magnetismus und Meine Willenskraft gesund werden wollen - das ist eine Unmöglichkeit.
    GM.NT48.035,02] Deswegen bedenkt ihr alle, die ihr zu Mir um Hilfe ruft, und das meist erst dann, wenn die Menschen euch nicht mehr helfen können, Meine Worte wohl: Zuerst müßt ihr euch selbst helfen, euren Körper von Stoffen reinigen, damit auch die Seele mehr auf denselben einwirken kann, und sie sich nicht passiv halten und ruhig zusehen muß, wie fremde Einflüsse das ihr anvertraute Kleid (den Leib) vor der Zeit zerstören, und sie dann wie eine Frühgeburt dort halbreif oder ganz unreif ankommt, wo man nur als eine auf dem Lebensbaume des irdischen Daseins ausgereifte Frucht fortschreiten kann.
    GM.NT48.035,03] Bedenkt, daß Mein Segen nur dort Kraft besitzt, wo der Boden dafür zur Aufnahme bereitet ist. Fangt also ihr zuerst an, den Mist auszumerzen, den ihr in euren Körpern vielleicht schon seit Jahren angehäuft habt, und dann, wenn dies hinweggeschafft, wird Mein Segen seine rechte Wirkung haben.
    GM.NT48.035,04] Will jemand den reinen Strahl des Sonnenlichtes genießen, so muß er seine Fenstergläser erst vom Schmutze reinigen, damit dieses Licht rein und unverfälscht, wie es aus Meiner Hand auf eure Erde gesendet wird, in sein Zimmer gelangen kann. Aus diesem reinen Lichte quillt dann die Wärme, die Liebe, das Wohlbehagen, das freudige Bewußtssein, recht gehandelt zu haben, das alles getan zu haben, was dem Menschen als Mensch obliegt, und dann kann getrost der Magnetiseur seine Hand ausstrecken, dem Kranken eine magnetisierte Binde umlegen, oder desgleichen Wasser geben, zwar mit seiner Lebenskraft geschwängert, aber auch den Segen seines hl. Vaters in sich tragend, und so wie das gereinigte Fensterglas - so ist dann das gereinigte Herz eines Leidenden nicht mehr hinderlich, diese Seelen-Geistes-Strahlen der göttlichen Lebenskraft bis an den Ort ihrer Bestimmung durchzulassen, und so die Gesundheit des Körpers vereint mit der der Seele herzustellen.
    GM.NT48.035,05] So muß magnetisiert, so muß der Magnetismus gegeben, so empfangen werden. Himmelskost kann nur dort wirken, wo der Himmel schon besteht; ist das menschliche Herz ein Himmel geworden, so erwärmt, belebt und kräftigt der eingehende Strahl Meiner Gnade und Liebe Geist, Seele und Körper, und bereitet alle drei, ein tüchtiges Aufnahmeorgan für Meinen Segen, Meine Gnade und Meine Worte zu sein.
    GM.NT48.036,01] Wo Ich mitmagnetisiere, dort muß geistig manipuliert werden, dort muß alles Weltliche hinweggeschafft und nur geistig geschaffen und geheilt von Innen nach Außen, von dem Geiste auf die Seele, und von dieser erst auf den Körper gewirkt werden.
    GM.NT48.036,02] "Gott ist ein Geist, wer Ihn anbeten will, muß Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten!' Das sagte Ich einst und es ist immer und ewig wahr; so lange ihr Meinen Einfluß nicht in geistiger Hinsicht nehmt, ist er nicht fruchtbringend, und dann erst, wenn ihr mehr Geist als Körper, mehr bei Mir als bei der Welt seid, nur dann wird (in jetziger Zeit) Meine gesegnete magnetische Kur Wunder wirken, die aber ihr selbst wirkt, nicht Ich; denn Meine Gnade war ja stets bei euch, und ohne Meine Liebe existiert ihr ja nicht mehr; Ich goß dieselbe auf euch aus; aber in euer Herz drang sie nicht ein, ihr wart ihrer nicht bewußt; ist aber euer Herz Meines Einflusses sich bewußt, dann ist auch die Wirkung Meiner Gnade eine andere, eine erhöhte, die in kurzer Zeit bewirkt, was sonst in längeren Zeiträumen erst geschehen wäre. Daher bedenkt dieses Wort wohl:
    GM.NT48.036,03] "Wer geheilt werden will, muß zuerst Hand an sich und seine verkehrten Gewohnheiten legen; dann komme erst Ich mit Meinem Segen und mit Meiner Gnade dazu." Amen.


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